George Tabori
Regie: Torsten Fischer
Mit Tonio Arango, Peter Kremer, Benno Lehmann, Dimosthenis Papadopoulos, Anna Franziska Srna
Der junge Adolf Hitler kommt 1907 aus der österreichischen Provinz nach Wien und bezieht Quartier in einem Männerwohnheim. Sein Zimmer teilt er mit zwei Juden: dem Koch Lobkowitz und dem Buchhändler Schlomo Herzl, der an seinem Lebenswerk schreibt. Er will seinem Buch ursprünglich den Titel "Mein Leben" geben, doch auf Anraten seiner Zimmergenossen heißt es nun "Mein Kampf". Hitler hofft auf ein Studium an der Akademie der Schönen Künste. Als er mangels Talent abgelehnt wird, will er sich umbringen. Herzl hat Mitleid mit ihm. Er schult ihn in Demagogie und rät ihm, Politiker zu werden...
Der jüdische Dramatiker George Tabori (1914-2007) hat mit seinen Stücken das deutsche Theater gelehrt, wie man dem Schrecken mit Humor und Hoffnung begegnen kann: "Es gibt Tabus, die zerstört werden müssen, wenn wir nicht daran ersticken wollen." Tabori hält die Erinnerung wach, ohne Hass zu empfinden.
"Das Ernst Deutsch Theater liefert mit Taboris "Mein Kampf" Beeindruckendes: Es zeigt Hitler als Jammerlappen, hochfahrenden, von Größenwahn Gezeichneten, als Spießer und gefährlichen Verrückten (...) in einer außerordentlich sehenswerten, im wahrsten Wortsinn kurzweiligen Inszenierung von Torsten Fischer." (Die Welt)