100 Jahre "Theater für Alle"

Anlässlich des Jubiläums beging inkultur – Hamburger Volksbühne im März mit zahlreichen Veranstaltungen ihre Festwoche

Die Kunst dem Volke“ und „Theater für alle“: Unter diesen Schlagworten sammeln sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts Arbeiter und Angestellte in Hamburg, um nach Berliner Vorbild ihr Recht auf Teilhabe an Bildung und Kultur einzufordern. Diese Grundsätze der Hamburger Volksbühne haben sich bis zum heutigen Tag nicht geändert: jedem Menschen soll der Besuch von Theater, Oper, Konzert und anderen kulturellen Veranstaltungen ermöglicht werden, denn die Teilhabe an Kultur ist nicht nur ein Grundbedürfnis jedes Menschen, sondern auch ein Grundrecht (Artikel 27 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte).

Nach der Zäsur des Ersten Weltkrieges geht es mit neuer Kraft weiter. Schon am 23. März 1919 trat die Hamburger Volksbühne mit einer Aufführung im Deutschen Schauspielhaus an die Öffentlichkeit: gespielt wurde Leo Tolstois sozialkritisches Stück „Und das Licht leuchtet in der Finsternis“. Und zwar an einem Sonntag um 11.30 Uhr mittags. Anfangs wurde die Volksbühne von den Theatern noch misstrauisch beäugt und erhielt nur Karten für die Sondervorstellungen um die Mittagszeit. Die Abendvorstellungen blieben weiterhin dem bürgerlichen Publikum vorbehalten. Das änderte sich zum Glück schon bald, denn aus den vermeintlichen Konkurrenten Volksbühne und Theater wurden sehr schnell Partner. Übrigens: wenn Sie noch mehr über die spannende Geschichte der Hamburger Volksbühne erfahren möchten – werfen Sie doch einen Blick in unsere Chronik

Am 23. März unseres Jubiläumsjahres hat das SchauSpielHaus „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ gespielt, den modernen Klassiker von Edward Albee in einer von Kritik und Publikum umjubelten Inszenierung von Karin Beier. Die großartigen Darsteller, allen voran Maria Schrader und Devid Striesow, boten ein absolut mitreißendes Schauspiel.
Dazu eine Reportage (17:30 SAT.1 REGIONAL) zu unserer Theaterfahrt aus Neustadt ins Deutsche SchauSpielHaus.

Schon eine Woche vorher ist in der Rathausdiele die Ausstellung „100 Jahre Bildung und Lernen in Hamburg“ eröffnet worden. Gemeinsam mit den weiteren Jubilaren Universität Hamburg, Volkshochschule, öffentliche Bücherhallen und Elbkinder werden hier die vielen unterschiedlichen Aspekte des Themas „Bildung“ beleuchtet.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 10. April (Mo–Fr 8 bis 18 Uhr, Sa + So 8 bis 17 Uhr), der Eintritt ist frei.