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Jahrgang 68, Nr. 09, Mai 2018
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iN KULTUR - Nr 009
Jahrgang 68, Ausgabe Nr.09, Mai 2018


Liebe Leserin,
lieber Leser,

eine aktuelle Meldung aus der Kulturpolitik hat mich gerade aufmerken lassen: das Auswärtige Amt hat offiziell den Antrag zur Nominierung der deutschen Theater- und Orchesterlandschaft für die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes eingereicht.

Die UNESCO kümmert sich ja nicht nur um erhaltenswerte Bauwerke, sondern genauso um jenes kulturelle Erbe der Menschheit, das sich nicht mit Händen greifen lässt – aber doch ebenso wichtig ist, weiterbestehen und an die nachfolgenden Generationen weitergegeben werden sollte.

Gerade für Deutschland gibt es dazu imponierende Zahlen: ungefähr die Hälfte aller Opernhäuser der Welt (!) befinden sich bei uns in Deutschland. Für die Schauspielhäuser gilt Ähnliches. Damit ist die deutsche Kulturlandschaft mit ihrem unglaublichen Reichtum wahrhaft einzigartig! Theater und Konzerthäuser bieten uns allen unschätzbar wertvolle Gelegenheiten, miteinander beeindruckende Erlebnisse zu haben, nachzudenken und uns auszutauschen. So sollte es unbedingt bleiben, finden wir.

Dazu passt sehr schön die Meldung, dass das Hamburger Theater für Kinder im März sein 50. Jubiläum gefeiert hat. Eine wirklich tolle Leistung und sehr wichtig, denn schließlich muss ja der theaterbegeisterte Nachwuchs irgendwo herkommen, an den wir unser kulturelles Erbe weitergeben können. Wie sollte das besser gelingen als durch ein frühzeitiges Heranführen von Kindern und Jugendlichen an die Welt des Theaters und der Oper?

Kennen Sie übrigens das Projekt TUSCH, das im Jahre 2002 die Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung gemeinsam mit der Körber-Stiftung initiiert hat? Hier geht es um Kultur als Dimension des Lernens und der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen in einer engen Zusammenarbeit von Schule und Theater. Davon sollen Kinder und Jugendliche aller Bildungsschichten profitieren. Beispiele sind: die Heinrich-Wolgast-Schule in St. Georg und das Ohnsorg Theater oder die Stadtteilschule am Hafen und das St. Pauli Theater, wo kürzlich als Arbeitsergebnis eine wunderbare Inszenierung von „Krabat", dem Roman von Otfried Preußler, auf die Bühne gebracht wurde. Ich war sehr beeindruckt und fühlte mich stark an das alte Motto der Volksbühne „Theater für alle!" erinnert.

Apropos 50. Jubiläum: Gerade hat Ballettdirektor John Neumeier seinen Vertrag in Hamburg um weitere fünf Jahre bis 2023 verlängert. Dann wäre er insgesamt 50 Jahre im Dienst des Hamburg Ballett, das sich unter seiner Leitung und natürlich durch seine wunderbaren Choreografien zu einem Ensemble von Weltruhm entwickelt hat. Bei der Pressekonferenz der Staatsoper parierte Neumeier Anspielungen auf sein nicht mehr ganz jugendliches Alter sehr charmant: er verwies auf den großen Choreografen Marius Petipa (1818 – 1910), der noch mit 91 Jahren nicht nur im Dienst, sondern auch sehr kreativ gewesen sei. Freuen wir uns also auf die nächsten fünf Jahre mit dem Hamburg Ballett.

Herzlichst Ihr

Bernd Rickert
Vorsitzender des Vorstandes