Volker Lechtenbrink, 1944 - 2021 © Timmo Schreiber
Volker Lechtenbrink, 1944 - 2021 © Timmo Schreiber

Abschied von Volker Lechtenbrink

Der großartige Schauspieler verstarb am 22. November in Hamburg

Schwer zu sagen, was Volker Lechtenbrink eigentlich am meisten ausgemacht hat: Schauspieler durch und durch war er, aber auch Regisseur, Sänger, Intendant, Texter, Sprecher. Ein einprägsames Gesicht, nur seine unverwechselbare dunkle Stimme war noch charakteristischer.

 

Er habe nie etwas anderes als Schauspieler werden wollen, sagte Lechtenbrink einst. Erste Sprechrollen hatte er im Alter von acht Jahren, als Zehnjährigem empfahl ihm der große Gustaf Gründgens nach Proben für ein  Weihnachtsmärchen bereits den Schauspielerberuf. Mit vierzehn kam der Durchbruch in Bernhard Wickis Antikriegsfilm „Die Brücke“, unzählige Film- und Fernsehrollen durch alle Genres
schlossen sich an. Nebenher verfolgte er bis in die 80er Jahre hinein eine beachtliche Gesangskarriere.

 

Aber seine eigentliche Leidenschaft gehörte immer dem Theater: Als Intendant leitete Lechtenbrink unter anderem die Bad Hersfelder Festspiele und das Ernst Deutsch Theater, als Darsteller war er deutschlandweit auf den Bühnen zu sehen, in Hamburg vermutlich auf sämtlichen verfügbaren Brettern, die die Welt bedeuten. So könnte man noch lange weitermachen. Wer über eine solche Bandbreite an Talenten verfügt, hat naturgemäß viele Fans. Und wer einen Charakter hat wie er, zugewandt, loyal, bescheiden, der hat auch viele Freunde. Als Volker Lechtenbrink vor wenigen Wochen auf der Bühne des Ernst Deutsch Theaters den Gustaf-Gründgens-Preis erhielt, bereits schwer von seiner Krebserkrankung gezeichnet, da waren sie alle da, um noch einmal mit ihm zu feiern.

 

Wir von inkultur erinnern uns an ein persönliches Zusammentreffen mit dem Schauspieler im Rahmen der Theaternacht 2013. Zufällig zierte
gerade zu dem Zeitpunkt sein Porträt den Titel unseres Magazins „inkultur“, das an unserem Informationsstand vor dem Ernst Deutsch Theater auslag. Volker Lechtenbrink schlenderte an unserem Stand vorbei, entdeckte sein Konterfei auf dem Magazin und blieb stehen – sichtlich
erfreut. Aber erst, als unsere Mitarbeiterin schelmisch darauf hinwies, dass das dieses Mal doch wirklich ein sehr schöner Titel sei und
ob er nicht eine Ausgabe mitnehmen wolle, nahm er sich ein – einziges – Exemplar vom Stapel.

Lieber Volker, Du bleibst unvergesslich.

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