ALLE JAHRE WIEDER
Die Messen und Märkte in Hamburg und Umgebung läuten die Adventszeit ein und laden zum Stöbern und Geschenke kaufen ein

Was, schon wieder Weihnachten? Jedes Jahr das gleiche Erstaunen, der innere Kalender will mit dem Äußeren einfach nicht zusammenpassen. Doch wenn die Messen und Märkte in Hamburg und Umgebung eröffnen, wird es Zeit, sich auf den Advent einzustellen. Das Angebot ist – wie gewohnt – überaus groß. Vom Goldbekhof (8.12.), über das Freilichtmuseum am Kieckeberg (14.–16.12.) bis zum Weihnachtsmarkt am Michel (30.11.–2.12.) und dem Öko-Weihnachtsmarkt im Museum der Arbeit (30.11.–2.12.) locken die Veranstalter mit handgemachten Unikaten.

Wer jedoch höchste gestalterische Qualität in den Bereichen Schmuck, Mode, Keramik, Papier-, Glas-, oder Wohnaccessoires sucht, sollte sich drei Adressen in der City merken: Die Messe Kunst und Handwerk im MKG am Steintorplatz (30.11–9.12.), die Adventsmesse in der Koppel 66 (30.11.–23.12., jeweils Freitag bis Sonntag 11–19 Uhr) und „Drei Monate Gestaltung außer der Reihe“, Lange Reihe 47 (bis 23.12. täglich 11–19 Uhr, danach bis 12.1.19, Di-Sa 12–19 Uhr):

Die Messe im Museum für Kunst und Gewerbe versammelt traditionell die Crème de la Crème des Kunsthandwerks. Gegründet von Justus Brinckmann 1879 zur Förderung junger Hamburger Talente und später als Leistungsschau angewandter KünstlerInnen aus Norddeutschland (plus Sonderausstellung aus einem Gastland) etabliert, versteht sie sich seit 2014 als internationales Forum für aktuelle Entwicklungen. Das brachte zwar frische Impulse, ging aber stark zu Lasten der regionalen Szene, zumal die Messe kontinuierlich schrumpfte. Neu unter den 51 AusstellerInnen in diesem Jahr: Corinna Petra Friedrich und Susann Sting, zwei hochinteressante Keramikerinnen, die mit grafischen Elementen und der bewussten Brechung von Perfektion experimentieren. Der Bremer Joachim Manz, dessen Lampenobjekte und Kleinmöbel zwischen Design und Skulptur oszillieren, sowie Alena Willroth mit Schmuck aus Polyethylen-Folie und die junge AdK-Künstlerin Svea Imholze, die mit dünnen Blechen und Drähten vegetativ anmutende Schmuckkörper konstruiert.

Oft ähnlich hochwertig ist Kunsthandwerk wenige Schritte weiter, in der Koppel 66 und in der Langen Reihe 47 zu finden. Auch hier sind einige der 40 Gastaussteller (u.a. aus Dänemark, England und Österreich) Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Kunsthandwerk (AdK), des Hamburger Berufsverbands, dem nur die Besten ihrer Zunft angehören. In beiden Häusern gibt es viele schöne Geschenke für den kleinen Geldbeutel: Die edlen Hüte von Silvia Bundschuh in der Koppel beispielsweise oder die aparten Filztaschen von Anna-Karin Garbe in der Langen Reihe. Dort stellt auch Andrea Meyer ihren hinreißenden Papierschmuck aus – eine Entdeckung für alle, die ihn noch nicht kennen. Eigens zum Weihnachtsfest hat die Buchbinderin zarte Himmelsboten kreiert, deren Flügel handgeschnittene Klöppelspitzen-Muster zieren: „Spitzenengel“ in jeder Hinsicht.