7. Triennale der Photographie

Festivalzentrum-Deichtorplatz © Alexandra Galambova
Festivalzentrum-Deichtorplatz © Alexandra Galambova

Die emanzipatorische Kraft der Fotografie
Die 7. Triennale der Photographie Hamburg will zum Umdenken anregen und Veränderungen herbeiführen

Es ist wieder soweit: Willkommen in der „Freien und Fotostadt Hamburg“! Zum siebten Mal findet zwischen Alster und Elbe die „Triennale der Photographie“ statt und beherrscht mit 320 Künstlern an 80 Orten und 90 Events von Anfang Juni bis Ende September die hanseatische Kulturszene. Das Thema des weit über die Landesgrenzen hinweg bekannten Fotofestivals ist in diesem Jahr ebenso ambitioniert, wie der Vorsatz des Kurators Krzysztof Candrowicz: „Breaking Point. Searching For Change“ will zum Umdenken anregen und Veränderungen herbeiführen, bestenfalls einen Neustart: „Die Fotografie ist ein kraftvolles Instrument, über den Zustand unserer modernen globalen Gesellschaften zu reflektieren“.
Marc Elsberg hat es in seinem Thriller „Zero“ schon vor vier Jahren aufgezeigt: Wer sich im Netz bewegt, für den gibt es kein Entkommen. Seit dem Facebook-Skandal weiß nun die ganze Welt, wie digitale Massenmanipulation funktioniert. Ein Klick – und schon verbreiten sich Bilder und Nachrichten rund um den Erdball, die unser Handeln und unsere Gefühle steuern. Ist das Wirklichkeit oder nur ein Zerrbild? Und wie steht die aktuelle Fotografie dazu? Wie positioniert sie sich im Spannungsfeld von virtueller Illusion und einer Zeit, in der internationale Krisen und Krisenherde in beängstigendem Ausmaß zunehmen?                                                      


Die 7. Triennale der Photographie hat es sich zur Aufgabe gemacht, den ungeheuren Umbruch, in dem sich die Welt gerade befindet, aus dem Blickwinkel der Fotografie zu beleuchten. Die großen Ausstellungsorte der Stadt, Museen, Kunstverein und Deichtorhallen thematisieren dabei die unterschiedlichen Aspekte globaler Herausforderungen und rücken gleichzeitig die ursprüngliche Bedeutung von Computerbefehlen wieder ins Bewusstsein. So präsentiert das Festivalcenter auf dem Platz der Deichtorhallen eine Einführungsausstellung unter dem Titel [ENTER] mit Arbeiten von 15 Künstlern, die gesellschaftliche Strukturen und Machtmissbrauch unter die Lupe nehmen. In den Deichtorhallen selbst, d.h. im Haus der Photographie, dreht es sich bei der opulenten Schau [SPACE] um die Street Photography im öffentlichen Raum. Die Hamburger Kunsthalle zeigt mit [CONTROL] die vielfältigen Facetten fotografischer Überwachung – bis hin zu Drohnen- und Satellitenbildern. Das Museum für Kunst und Gewerbe untersucht in der Ausstellung [DELETE] den Bildjournalismus und welche Mechanismen und Kriterien darüber entscheiden, welche Aufnahmen den Weg in die Öffentlichkeit schaffen. Und das Altonaer Museum zeigt mit [HOME] und [RETURN] gleich zwei Ausstellungen: Die eine hinterfragt Ort und Gefühl des „Zuhause sein“; die andere setzt sich mit der Vergangenheit und dem, was wir daraus gelernt haben anhand von Fotografie aus der Weimarer Republik auseinander.

Schon dieser kleine Einblick zeigt, dass selbst enthusiastische Foto-Fans Mühe haben werden, all die vielen Fotoausstellungen dieses Sommers wahrzunehmen. In jedem Fall sollten Sie nicht nur bekannte Häuser aufsuchen, sondern auch mal in die kleinen „Off Space“-Galerien schauen. Hier lassen sich oft die spannendsten Entdeckungen machen. So sind im Raum linksrechts, der Galerie für junge Kunst im Hamburger Gängeviertel, surreal angehauchte Arbeiten des Hamburger Fotografen Kai-Uwe Gundlach zu sehen, die eine geradezu magische Anziehungskraft entfalten.

 

Juni – September 2018, Eröffnungswoche 7. – 17. Juni 2018. Alle Informationen zu Ausstellungen und Programm unter
www.phototriennale.de