Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares

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für Jette Steckel und Maja Schöne

Zweifacher Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares für das Thalia Theater:
Jette Steckel "Das achte Leben (Für Brilka)"  und Maja Schöne für "Geld" ausgezeichnet

Bei der festlichen Preisverleihung des Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares im Ohnsorg-Theater am heutigen Abend wurde das Thalia Theater gleich zweifach mit Preisen bedacht: Regisseurin Jette Steckel wurde in der Kategorie „Herausragende Inszenierung“ für ihr 2017 im Thalia Theater uraufgeführtes „Das achte Leben (Für Brilka)“ geehrt. Als „Herausragende Darstellerin“ wurde Maja Schöne für ihre Rolle als Nana in Luk Percevals „Geld“, dem zweiten Teil der „Trilogie meiner Familie I-III“ nach den Romanen von Émile Zola, ausgezeichnet.

In der Begründung der Jury heißt es über Jette Steckels „Das achte Leben (Für Brilka)“:
Eine wahnwitzige Knüpfarbeit – das Geschichtsgewebe von Nino Haratischwilis tausend Seiten Saga „Das achte Leben (Für Brilka)“ auf die Bühne zu wuchten: Jette Steckel macht das in einer atemberaubenden Inszenierung, deren fünf Stunden nur so vorüberfliegen – leidvoll, lustvoll, todtraurig, lebendig – ein Tanz. Langsam und unentrinnbar entrollt sich der gewaltige Teppich, den Bühnenbildner Florian Lösche der Regisseurin gefertigt hat, er gibt  den Handlungsboden, auf dem die Geschichten aus sechs Generationen der georgischen Familie Jaschi sich entwickeln, ist zugleich Projektionsfläche für die filmische Erweiterung der Bühne. Mit aller Finesse entspinnt Jette Steckel diese Geschichten von Liebe, Sehnsucht, Verrat, und niedergeknüppelter Freiheit – entspinnt sie hautnah mit den Virtuosen des Thaliaensemble das sich in all den Personen auf wundersamste Art vervielfältigt.

Über Maja Schöne sagt die Jury:
In Luk Percevals Inszenierung der großen Émile Zola-Trilogie steht Nana, die Männer verschleißende und machtberauschte Pariser Kokotte der Belle Époque, als zentrale Figur für den Aufstieg und Fall frühkapitalistischer Gier. Maja Schöne nimmt diese unheilvolle Entwicklung in ihren schlaglichtartig aufeinanderfolgenden Kurzauftritten zu Beginn des 2. Teils des Familienepos „Les Rougon Macqart“ vorweg. Liegen diesem zierlichen Energiebündel die Liebhaber zu Füßen, wenn sie als glamouröser Varietéstar auftritt, so reduziert sich deren Anzahl erheblich, wenn sie – ihrer Korsage entkleidet und abgeschminkt – die schäbige Showbiztreppe hinunterstolpert. Man ahnt das bittere Ende. Wie uns Maja Schöne dann im Laufe des Abends diese Abfolge von Vergnügungssucht bis zum Selbstekel detailliert und facettenreich als Menetekel vor Augen führt, ist brillant.

Traditionell wird in den letzten Tagen des Oktobers der Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares verliehen. Der 2006 ins Leben gerufene Preis, welcher mit 1.000 € pro Preisträger dotiert ist, wird aus den Erlösen der Theaternacht Hamburg finanziert. Er ehrt dabei nicht nur Theaterpersönlichkeiten, sondern manifestiert auch jährlich die Bedeutung und Vielfalt der Hamburger Theater. In diesem Jahr wurden insgesamt acht Preisträger in drei Kategorien ausgezeichnet. Zusätzlich gibt es einen Sonderpreis für außergewöhnliche Leistungen im Rahmen des Hamburger Theaterlebens.

Pressemitteilung des Thalia Theaters