Das Istituto Italiano in der Hansastraße © L.S. Frusciante
Das Istituto Italiano in der Hansastraße © L.S. Frusciante

Das Istituto Italiano di Cultura di Amburgo stellt sich vor

Seit 70 Jahren sorgt das Istituto Italiano di Cultura für den Austausch und die Förderung von Sprache und Kultur

 

In den 50er Jahren war Italien noch Sehnsuchtsziel für viele Deutsche. Wer es sich irgendwie leisten
konnte, reiste gen Süden ins „Land, wo die Zitronen blühn“ (Goethe) und kehrte gern auch mit einer bauchigen Flasche Chianti als Andenken zurück, die dann als Kerzenhalter mit Wachs bekleckert wurde. Im Gegenzug kamen die ersten italienischen Gastarbeiter nach Deutschland. Damals, im Februar 1954, zog das ein Jahr zuvor gegründete Istituto Italiano in eine 1911 erbaute Villa in der Hansastraße im Stadtteil Rotherbaum, wo es noch immer residiert.

 

Heute ist Italien längst eines der beliebtesten Reiseziele der deutschen Touristen. „Es gibt ein großes Interesse an italienischer Kultur und Tradition, eine Tendenz, die sich in den letzten Jahren noch verstärkt hat“, sagt Francesca Fazion, die Leiterin des Istituto Italiano in Hamburg. „Das Hauptziel des Kulturinstituts hat sich im Laufe der Jahre nicht geändert. Es besteht darin, die italienische Sprache
und Kultur zu fördern, und den Dialog zwischen Italien und Deutschland zu unterstützen.“ Ursprünglich sollte das Institut allerdings besonders den Italienern in der Fremde ein kulturelles Angebot in ihrer Heimatsprache garantieren und sie bei der Integration unterstützen. Fazion: „Jetzt, wo unsere Länder
näher zusammengerückt sind, ist es unser Ziel, vor allem dem deutschen Publikum die Möglichkeit zu bieten, sich ein wenig wie
in Italien zu fühlen.“

 

Das vielfältige Angebot umfasst fast alle Bereiche der Kultur von Literatur, Theater, Film, Musik und Kunst bis zu Architektur, Design
und Fotografie. Im eigenen Haus gibt es Lesungen, Ausstellungen, Vorführungen, Diskussionsrunden, Vorträge, Workshops und
vieles mehr. Rund 80 Veranstaltungen waren es im vergangenen Jahr, allein sechs davon Ausstellungen mit Fotografien, zeitgenös-
sischen Kunstwerken und bemerkenswerten archäologischen Funden. „Dazu kommen zahlreiche Kooperationen mit in der Stadt
ansässigen Kultureinrichtungen bei Ausstellungen und Festivals“, ergänzt Francesca Fazion. „Und das Institut steht natürlich auch
Schülern und Studenten offen, die sich bei uns über unsere Arbeit informieren oder die umfangreiche Bibliothek nutzen wollen.“

 

Insgesamt gibt es 84 italienische Kulturinstitute weltweit. Das Hamburger Institut ist Mitglied im EUNIC, einer Gemeinschaft der euro-
päischen Kulturinstitute, zu denen u.a. auch das Goethe-Institut, das Institut Français und das Instituto Cervantes gehören. „Dieses
Netzwerk organisiert jedes Jahr Veranstaltungen und Reihen, die dem Publikum einen europäischen Blick auf Themen von gemein-
schaftlichem Interesse bieten“, erklärt Fazion. „So möchten wir bei den Europäischen Filmtagen im April weiblichen Filmschaffenden
eine Stimme geben und im ‚3001 Kino’ aktuelle Produktionen europäischer Regisseurinnen zeigen, die in internationaler Koproduktion
entstanden sind. Und im Oktober, zum Ende des Hamburger Comicfestivals, geben wir mit dem Internationalen Graphic Novel Salon
den Comics und Graphic Novels ein Forum.“

 

Auch auf der Frankfurter Buchmesse und mehreren Literaturfestivals wie dem Literatursommer Schleswig-Holstein wird das Istituto
Italiano in diesem Jahr zu Gast sein. Und zur Fußball-EM in Deutschland gibt es ein ganz spezielles Schmankerl: Eine Ausstellung
über die Geschichte der italienischen und deutschen Nationalmannschaften und die Beziehungen zwischen den Teams, dargestellt
durch die kultigen Panini-Sammelbilder. Außerdem laden 2024 einige Jubiläen zu Aktivitäten ein – etwa der 100. Todestag von
Giacomo Puccini oder der 700. von dem Entdecker Marco Polo.

 

Historie und Gegenwart – beides hat seinen Platz im Kulturinstitut. Vor allem aber möchte es ein Ort sein, an dem den Hamburgern
Italien näher gebracht wird. „Ich möchte auch ein Fenster öffnen können zum Bel Paese,“ – dem „schönen Land“, wie die Italiener
ihre Heimat poetisch gern bezeichnen – „um neben dem, was bereits bekannt und geschätzt wird, auch seine zeitgenössischen,
innovativen und manchmal vielleicht sogar überraschenden Aspekte bekannt zu machen“, sagt Direktorin Fazion. „Ich möchte, das
unser Publikum all das findet, was es von unserem Land erwartet – Kultur, hervorragende Handwerkskunst und Mode, ausgezeichnetes
Essen, Geselligkeit ... und mehr!“
Interview: Brigitte Ehrich

 

Istituto Italiano di Cultura Italienisches Kulturinstitut Hamburg
Hansastr. 6, 20149 Hamburg
Internet: iicamburgo.esteri.it/de/

 

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