Landschaft Gonur Depe © Herlinde Koelbl
Landschaft Gonur Depe © Herlinde Koelbl

KÖNIGREICH DER BRONZEZEIT
Die Ausstellung „Margiana“ widmet sich der gleichnamigen historischen Landschaft im Osten Turkmenistans

Margiana – hört sich an wie der Titel eines neuen Fantasyfilms. Dabei ist es eine so gut wie unbekannte Zivilisation in Zentralasien 2300–1700 v. Chr., deren Ausgrabung Anfang der 1970er Jahre eine archäologische Sensation war. Nun stellt das Harburger Helms Museum die geheimnisvolle Hochkultur erstmals in Norddeutschland vor: „Margiana – Ein Königreich der Bronzezeit in Turkmenistan“. Eine imposante Schau mit über 200 Artefakten und beeindruckenden Fotografien von Herlinde Koelbl.

Ein fantastisches Ruinen-Panorama stimmt den Besucher ein auf die Reise in die Karakum-Wüste, im Osten des heutigen Turkmenistan, wo sich die historische Landschaft Margiana und ihre Hauptstadt Gonur Depe (Grauer Hügel) befinden. Vor 4000 Jahren muss das 28 Hektar große Grabungsfeld, auf dem Nekropolen von rund 5000 Gräbern gefunden wurden, verschiedene Wohn- und Handwerkerviertel, sowie eine gigantische Palastanlage, unglaublich lebendig gewesen sein. Eine prächtige, multikulturelle Handelsmetropole, die das administrative wie religiöse Zentrum der Oxus-Kultur bildete, einer Zivilisation der Bronzezeit, deren Gesellschaft und handwerkliches Niveau ähnlich entwickelt und differenziert war, wie in Mesopotamien und dem Mittleren Reich in Ägypten. Davon zeugen zahlreiche kostbare Grabbeilagen wie keramische Statuetten, zierliche Idole und Flakons, herrlicher Schmuck aus Perlen und Gold, formvollendete Schalen und Krüge oder Mosaike.

Dass dieser Schatz der Welt so lang verborgen blieb, ist vor allem dem repressiven Regime des ehemaligen Sow-jetstaats geschuldet. Fast 15 Jahre haben die Ausstellungs-Verhandlungen zwischen Deutschland und Turkmenistan gedauert, die auf Initiative des Hamburgers Hanno Schaumburg, emeritierter Professor der TUHH und Hobby-Archäologe, zustande kamen. Doch die Beharrlichkeit des Helms-Direktors Rainer-Maria Weiss und seiner Kollegen aus Berlin und Mannheim haben sich ausgezahlt. Dank des Kooperationsprojektes wird das Helms Museum, das im Herbst 2018 gerade sein 120-jähriges Bestehen feierte, nun in einem Atemzug mit dem Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin (1. Ausstellungs-Station) und den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim (3. Station) genannt. Herzlichen Glückwunsch! Zum Geburtstag, zur Ausstellung und zum langen Atem!  

Bis 17. Februar 2019, Museumsplatz 2, 21073 Hamburg, Di bis So 10–17 Uhr, 6 € (erm. 4 €). Alle Infos auf www.amh.de