Magazin Nr. 08, April 2019

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

im Lauf ihrer 100-jährigen Geschichte hat die Hamburger Volksbühne immer im Sinne ihres Wahlspruchs „Kultur für alle“ gehandelt. Genauso bekennt sie sich seit ihrer Gründung zur Freiheit der Kunst. Deshalb freuen wir uns besonders über
eine Initiative der deutschen Ministerien für Kultur, die im März dieses Jahres zur Gründung der Kulturministerkonferenz (Kultur-MK) führte. Grundlage des Bündnisses ist auch hier das Bekenntnis zur kulturellen und künstlerischen Freiheit und Vielfalt. Im Fokus steht die Stärkung der gesellschaftlichen Bedeutung der Kultur und ihre freie Entfaltung. Auch der Hamburger Kultursenator Dr. Carsten Brosda nahm an der Konferenz teil und tritt engagiert für diese Ziele ein.
 
Zu unserer großen Freude hatte Mitte März der Hamburger Senat Vertreterinnen und Vertreter der Volksbühne anlässlich unseres Jubiläums zu einem Empfang ins Rathaus geladen in Wertschätzung unserer kultur- und gesellschaftspolitischen Arbeit seit 100 Jahren. In seiner Rede wies Senator Brosda darauf hin, dass 50 Prozent der Bevölkerung in Deutschland nicht das vielfältig geförderte kulturelle Angebot nutzen. Dafür gibt es sicher verschiedene Gründe. Aber ein Satz dieser Rede hat mich besonders beeindruckt: viele Menschen seien der Meinung, dass das Kulturangebot „nicht für sie gemeint ist, oder sie nicht gemeint sind“. Dieser Satz macht doch sehr nachdenklich. Gleichzeitig schließt sich hier der Kreis, denn: die Hamburger Volksbühne will gerade auch diese Menschen erreichen und ihnen deutlich machen, dass die Kultur für ALLE, auch für sie, da ist. Helfen Sie mit, dass wir mit unserer Einladung noch mehr Menschen erreichen.

Meiner Meinung nach kann man gar nicht früh genug damit beginnen, junge Menschen mit in die Kultur hineinzunehmen, ihnen die Bedeutung von Kultur deutlich zu machen und ihnen die klare Botschaft zu senden: Wir sind gemeint. Du bist gemeint. Du bist wichtig. Du gehörst dazu. Das ist sicher zunächst Aufgabe der Eltern, wenn sie denn selbst dieses Bewusstsein haben – aber dann sind die Schulen gefragt, und sie haben viele Möglichkeiten. Auf ein solches Projekt habe ich bereits im letzten Monat hingewiesen und möchte dieses heute noch etwas
genauer vorstellen. Vielleicht unterstützen Sie uns sogar bei unserem Anliegen.

Zum Schluss möchte ich Sie auf das Programm des Harburger Theaters aufmerksam machen – mit der S-Bahn nur 30 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt! Wer das Stück noch nicht gesehen hat, sollte unbedingt miterleben, wie Peter Bause in „Place of Birth: Bergen-Belsen“ als Wanderführer die Zuschauer in das Leben in der Lüneburger Heide nach 1945 mitnimmt.

Darüber hinaus haben wir in dieser Ausgabe auf unserer Jubiläumsseite wieder eine tolle Verlosung für Sie, und natürlich stehen weitere hochinteressante Premieren ins Haus.

Unsere Hamburger Kultur ist schon eine tolle Sache: vielseitig, engagiert, kritisch, witzig, kurzweilig – von allem ist etwas dabei – für jede und jeden.

Herzlichst Ihr
Bernd Rickert
Vorsitzender des Vorstandes