Magazin Nr. 05, Januar 2019

Download Magazin

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich hoffe sehr, dass Sie harmonische Festtage hatten und gut in das neue Jahr gestartet sind. Das Jahr 2019 ist schon etwas Besonderes, denn nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und den Umwälzungen nach der Abdankung des Kaisers kehrte 1919 sozusagen das Leben zurück und viele Organisationen und Unternehmen wurden gegründet. Und sofern sie bis in die heutige Zeit existieren, begehen sie also in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag – wie wir, Ihre Hamburger Volksbühne!

Ursprünglich hat die Volksbühne ihre Wurzeln in der Arbeiterbewegung. Im späten 19. Jahrhundert forderte die Arbeiterschaft zunehmend ihr Recht auf Teilhabe an Kultur und Bildung ein; die finanziellen Hürden waren jedoch hoch. So entwickelte sich die Volksbühnenbewegung zunächst in Berlin, durch die sich in einer Art Selbstorganisation breite Bevölkerungsschichten den Zugang zur Kultur verschafften. In den 1890er Jahren begann auch in unserer Stadt die „Freie Volksbühne Hamburg“ mit Vorträgen. Es folgten eigene Theateraufführungen von Autoren wie Gerhard Hauptmann oder Henrik Ibsen.

1899 musste der Verein vorerst wegen mancher Widrigkeiten und finanzieller Probleme aufgeben. Aber eine Idee war geboren – und wird überleben. Nach der Zäsur des Krieges fanden schon im Herbst 1918 erste Gespräche verschiedener interessierter Gruppen statt, die am 4. Januar 1919 schließlich zur konstituierenden Sitzung der Hamburger Volksbühne führten – und wo könnte so eine Sitzung besser stattgefunden haben als im Gewerkschaftshaus der Arbeiterbewegung am Besenbinderhof?

Zum Ende des Gründungsjahres 1919 hat die Volksbühne bereits 4000 Mitglieder, die Mittags- und Nachmittagsvorstellungen besuchen. Die Abendvorstellungen reservieren die Theater jedoch noch ihrem bürgerlichen Stammpublikum. Das ist heute kaum mehr vorstellbar, zeigt aber deutlich, dass die Emanzipation der Arbeiterschaft und die Demokratisierung der Gesellschaft kein Selbstgänger war.

Seitdem ist viel Zeit vergangen und es gab große Veränderungen. Deshalb möchten wir Ihnen in diesem besonderen Jubiläumsjahr in jeder Ausgabe der inkultur spannende Schlaglichter aus der Geschichte der Volksbühne und der Hamburger Kultur vorstellen. Und wenn Sie dabei auf den Geschmack kommen und mehr wissen wollen: Im März erscheint unsere Chronik in Buchform.

Unsere zentrale Jubiläumsveranstaltung findet statt am 23. März im Deutschen SchauSpielHaus. Vor exakt 100 Jahren, am 23. März 1919 fand genau an diesem Ort, auf dieser Bühne die erste Vorstellung für Mitglieder der Hamburger Volksbühne statt, allerdings mittags um 11.30 Uhr! Seien Sie an diesem festlichen Abend dabei und freuen Sie sich auf eine tolle Aufführung von „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ und ein besonderes Jubiläumsgeschenk, das wir Ihnen an diesem Abend überreichen werden.

Lassen Sie uns also in diesem Jahr gemeinsam feiern: alle Mitglieder und die Hamburger Bühnen und Orchester. In jeder Ausgabe unseres monatlichen Magazins erwartet Sie deshalb eine exklusive Aktion – unterstützt von unseren Partnern.
Los geht es in dieser Ausgabe mit der Staatsoper Hamburg.
Wir wünschen Ihnen ein spannendes Jubiläumsjahr und viel Freude dabei!

Herzlichst Ihr
Bernd Rickert
Vorsitzender des Vorstandes