Carsten Brosda © Senatskanzlei Hamburg
Carsten Brosda © Senatskanzlei Hamburg

 

Carsten Brosda ist neuer Präsident des Bühnenvereins

Bei der Jahreshauptversammlung des Deutschen Bühnenvereins am 21. November wurde der Hamburger Kultursenator Dr. Carsten Brosda für die nächsten vier Jahre zum neuen Präsidenten ernannt. Der Verein hat seinen Sitz in Köln und ist der Interessen- und Arbeitgeberverband der Theater und Orchester. Die Wahl fand vor der digitalen Versammlung per Briefwahl statt. Schon Carsten Brosdas Vorgängerin in der Behörde für
Kultur und Medien, Barbara Kisseler, war seit 2015 bis zu ihrem Tod im Oktober 2016 Bühnenvereinspräsidentin. Brosda folgt nun auf den früheren Intendanten des Hamburger Thalia Theaters, Ulrich Khuon.

 

Die Wahl von Herrn Brosda wird in der Kulturszene allgemein sehr positiv gesehen, denn er gilt als jemand mit viel Leidenschaft und Verständnis
für die Kultur bei gleichzeitiger politischer Erfahrung und dem Willen, sich stark für die Kultur einzusetzen. Kürzlich war Brosda im Deutschlandfunk
mit folgendem Bonmot zu hören: „Ich hab‘ kurz geguckt, ob ich Freizeitsenator heiße". Es ist klar, dass sich diese Äußerung auf die aktuelle Situation der Kultur im Rahmen von Corona-Beschränkungen bezieht – konkret auf die Anweisung von Regierung und Ministerpräsidenten,
„alle Freizeiteinrichtungen“ zu schließen, um die Pandemie einzudämmen. Auf diese Äußerung hat die gesamte Kulturszene durchaus verschnupft reagiert. Bei allem Verständnis und aller Einigkeit, dass Orte geschlossen werden, an denen sich viele Menschen versammeln – wobei die Theater hervorragende Hygienekonzepte entwickelt und angewendet haben – so schmerzt die Zuordnung zum reinen Freizeitbereich doch sehr.
Denn, so Carsten Brosda in einem Statement, „natürlich ist Kultur nicht nur Freizeitgestaltung, sondern schafft Räume und Anlässe zur
Arbeit am gesellschaftlichen Sinn… gerade jetzt brauchen wir künstlerische und kulturelle Beiträge zum gesellschaftlichen Gespräch über diese
besondere Zeit.“ Inzwischen wird in den Beschlusstexten darauf Rücksicht genommen und Kunst und Kultur als eigene Kategorie geführt.

 

Immer wieder geht es in der gesamten Diskussion im Rahmen der Pandemie um die Erhaltung relevanter Wirtschaftsfaktoren – dabei wird gern
übersehen, und es ist vielfach auch gar nicht bekannt, dass die Kulturbranche in Deutschland nach Beschäftigtenzahlen der zweitgrößte Wirtschaftszweig ist! Die Bewahrung unserer Kultureinrichtungen wird in den nächsten Jahren sicher viel Arbeit und finanzielle Mittel erfordern.
Der Bühnenverein darf sich glücklich schätzen, Herrn Brosda zum Präsidenten zu haben, genauso wie wir Hamburger froh sein können, ihn als Kultursenator in unserem Stadtstaat zu haben.


Wie Carsten Brosda es schafft, neben all seinen beruflichen und privaten Verpflichtungen auch noch intelligente und sehr lesenswerte Bücher zu verfassen, mag ein Rätsel sein. Wir möchten Ihnen hier gern sein aktuellstes Werk vorstellen, da es genau zum Thema passt.

CARSTEN BROSDA – AUSNAHME / ZUSTAND
Notwendige Debatten nach Corona
Corona, und nun? Das Coronavirus hat unsere Welt ins Wanken gebracht. Wird es unserer Gesellschaft
gelingen, sich von dem Schock zu erholen und zu vermeiden, dass die Ausnahme zum andauernden
Zustand wird? Wir stehen vor wichtigen Debatten über die Verletzlichkeit unseres Seins, den Wert
gesellschaftlicher Solidarität, den öffentlichen Raum, den Wert wissenschaftlichen Denkens, die Logik des
Kapitalismus und die Rolle des Staates. Kultursenator Carsten Brosda beschreibt, wie wir unsere Gesellschaft
sozial und demokratisch weiterentwickeln können, wenn wir uns diesen Fragen offensiv stellen.
Vor uns liegt eine Zeit, die nach politischer Gestaltungslust verlangt. So können wir sie angehen.

 

Gebunden, 128 Seiten, erschienen Oktober 2020, Hoffmann und Campe,
ISBN: 978-3-455-01046-6, € 15,00, als eBook € 11,99

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