Die aktuellen Neuproduktionen der Privat- und Staatstheater

Sherlock Holmes © The English Theatre of Hamburg
Sherlock Holmes © The English Theatre of Hamburg

Die Premieren im November:

 

THE ENGLISH THEATRE
THE HOUND OF THE BASKERVILLES

Es ist der bekannteste Detektivroman von Sir Arthur Conan Doyle. Als Fortsetzungsgeschichte
erschien der „Hound of the Baskervilles“ von 1901 bis 1902 im „Strand Magazine“. Fünfundzwanzig
Mal wurde sie seit 1914 verfilmt.

Der berühmte Sherlock Holmes bekommt es mit dem Geheimnis um einen mysteriösen Hund zu tun,
der mit seinem schaurigen Geheul eine Adelsfamilie terrorisiert. Denn immer, wenn die Bestie zu hören ist, stirbt einer der Baskervilles. Zusammen mit seinem treuen Freund und Gehilfen Dr. Watson kommt der Meisterdetektiv einem grausigen Verbrechen auf die Spur.

Ursprünglich sollte er in dem Roman gar nicht vorkommen. Doch dann brauchte Doyle noch einen Helden zur Aufklärung des mysteriösen Falles und griff auf Sherlock Holmes zurück. Den hatte Doyle zuvor zwar schon sterben lassen, doch nun erfand er zusätzlich eine abenteuerliche Geschichte von seiner Rettung, um ihn wiederzubeleben.

 

DEUTSCHES SCHAUSPIELHAUS
ANTIGONE

Die Geschichte von Antigone ist neben der von Ödipus wohl die bekannteste unter den Sagen der Antike rund um Theben.
Von den antiken Klassikern wurde sie am häufigsten inszeniert und adaptiert. Bearbeitungen gibt es u. a. von Hölderlin, Anouilh,
Cocteau und Brecht, und auch heutige Dramatiker wenden sich dem Stoff gern zu. Roland Schimmelpfennigs Bearbeitung der
klassischen Tragödie von Sophokles bildet jetzt den Abschluss der fünfteiligen „Anthropolis“-Reihe von Karin Beier.
Die Brüder von Antigone, Eteokles und Polyneikes, streiten sich nach der Selbstblendung ihres Vaters Ödipus um die Herrschaft
in Theben. Ihr Kampf endet tödlich. Der neue Herrscher Kreon untersagt jedoch die Bestattung von Polyneikes, den er des Verrats
beschuldigt. Antigone widersetzt sich diesem Verbot aus ethischen Gründen, begräbt ihren Bruder und wird dafür zum Tode verurteilt.
Doch sie entzieht sich der Strafe, indem sie sich selbst das Leben nimmt. Für den Widerstand der Humanität gegen einen mächtigen
Staat und gegen politische Gewalt findet Schimmelpfennig eine zeitgemäße poetische Sprache und eine aktuelle Sicht.

 

THALIA THEATER
DER PROZESS

„Ich bin an einer endgültigen Grenze“, schrieb Franz Kafka und gab bald danach die Arbeit an seinem Roman „Der Prozess“ auf.
Der Roman aus den Jahren 1914/15 blieb ein Fragment. Kafka, damals Anfang 30, war in einer schwierigen Situation. Er hatte
sich von seiner Verlobten getrennt und litt unter Schuldgefühlen. Im Roman ist es Josef K., der durch einen mysteriösen Prozess in
Schuldgefühle getrieben wird, obwohl er anfangs immer wieder seine Unschuld beteuert. Regisseur Michael Thalheimer, der im
Thalia Theater zum ersten Mal ein Werk von Kafka inszeniert, sieht darin eine Parallele zu den Zwängen, die sich der Mensch von
heute selbst auferlegt.
Joseph K. ist 30 Jahre alt, als er eines Morgens verhaftet wird. Er beteuert verzweifelt seine Unschuld. Als er zur Anhörung geladen
wird, findet er aber keinen Zugang zum Gerichtsgebäude. Der Gedanke an den Prozess durchdringt ihn immer tiefer, bis er sich selbst
vor ein inneres Gericht stellt. Ein Urteil wird er nie erfahren, doch eines Tages führen ihn zwei Männer ab ins Ungewisse.

 

ERNST DEUTSCH THEATER
CYRANO DE BERGERAC

Ein kluger Kopf sitzt nicht immer auf einem attraktiven Körper. Cyrano de Bergerac ist verunstaltet durch eine allzu große Nase und
schreibt deshalb inkognito die wunderschönsten Verse für den etwas dümmlichen Schönling Christian, um die schöne Roxane zu
betören, in die er selbst auch verliebt ist. Cyrano tröstet sich mit dem Bewusstsein: „Auf seinen Lippen küsst sie meine Worte.“
Es wird geliebt, geschwärmt, gefochten und gekämpft, bis Christian im Krieg fällt und Roxane ins Kloster geht. Was bei Edmond
Rostand noch so romantisch und poetisch daherkam, verwandelte der britische Dramatiker Martin Crimp in kraftvoll humorige
Hip-Hop-Reime. Er übertrug Rostands Versdrama aus dem Jahr 1897 in die heutige Zeit – ein gelungener Spagat zwischen Ver-
gangenheit und Gegenwart. 2019 wurde seine Version vom „Cyrano de Bergerac“ in London uraufgeführt. In Harald Weilers
Inszenierung am Ernst Deutsch Theater spielt – es könnte nicht passender sein – Boris Aljinovic den Mann mit der zu großen Nase.

 

HAMBURGER KAMMERSPIELE
DER THEATERMACHER

Ein Theaterstück über das Theater – das verspricht an sich schon beste Unterhaltung. Und ganz besonders, wenn es von Thomas
Bernhard (1931 - 1989) stammt. Sein „Theatermacher“ wurde 1985 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt und ist bis heute
von allen Stücken des österreichischen Schriftstellers dasjenige mit den meisten Neuinszenierungen. In den Kammerspielen bringt
es Intendant Axel Schneider mit Peter Bause in der Titelrolle auf die Bühne. Der Theatermacher Bruscon ist ein ehemaliger
Staatsschauspieler, der nun in der finstersten Provinz sein Stück „Das Rad der Geschichte“ aufführen will. Zum Gelingen der
Inszenierung gehört absolute Dunkelheit am Ende. Doch ein Feuerwehrmann will das Notlicht nicht abschalten. Bruscon wütet
gegen ihn und seine Schauspielertruppe, die er gnadenlos und tyrannisch niedermacht – ein Kunstbesessener am Rande des
Wahnsinns, dessen Hassmonolog auf das Theater zugleich eine Liebeserklärung ist. Am Ende muss er sich den Naturgewalten
geschlagen geben: Ein Gewitter setzt das Pfarrhaus in Brand, die Zuschauer strömen zu diesem realen Schauspiel aus dem Saal,
und Bruscon bleibt vernichtet zurück.

 

KOMÖDIE WINTERHUDER FÄHRHAUS

MEIN NAME IST ERLING

Plötzlich, kurz vor Weihnachten, klingelt es bei Rosemarie und ein junger Mann steht vor der Tür. „Mein Name ist Erling“ stellt er
sich vor und behauptet, er sei ihr Sohn. Doch Rosemarie weiß von nichts. Sie hat niemals ein Kind geboren. Als sie zufällig im
Supermarkt ihre einstige Liebe John wiedertrifft, erzählt sie ihm von dem Überraschungsgast – und er ist begeistert. Zumal Erling
alles aus dem Leben der beiden zu wissen scheint. Kann es vielleicht sogar einen Neuanfang für die „Eltern“ geben? Die schwedische
Autorin Christina Herrström weckt in ihrer liebenswürdig anrührenden Komödie längst begrabene Wünsche und holt die Träume von
einst zurück. Ist Erling ein Fantasie-Wunschkind von damals? Oder ist er ein Engel, der für ein Weihnachtswunder sorgt? In der
Komödie Winterhude spielt die vom Fernsehen bekannte Janina Hartwig (Ordensschwester Hanna in der ZDF-Serie „Um Himmels
Willen“) die Rosemarie.

 

Brigitte Ehrich

 

Karten für die Neuproduktionen finden Sie im Ticketshop

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