Die aktuellen Neuproduktionen der Privat- und Staatstheater

Geschichten aus dem Wienerwald © Arno Declair
Geschichten aus dem Wienerwald © Arno Declair

Die Premieren im November:

 

DEUTSCHES SCHAUSPIELHAUS

GESCHICHTEN AUS DEM WIENERWALD

„Ein Wiener Volksstück gegen das Wiener Volksstück“. So nannte Erich Kästner Ödön von Horvaths „Geschichten aus dem Wiener Wald“. Vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise mit katastrophaler Arbeitslosigkeit in den 20er Jahren demaskierte Horvath, selbst österreichisch-ungarischer Herkunft, gründlich alle Klischees der Wiener Gemütlichkeit und stellte deren Verlogenheit an den Pranger.
Das „süße Mädel“ Marianne soll den Metzger Oskar heiraten. So will es ihr Vater, um durch diese Ehe
seinen maroden Spielwarenladen zu retten. Doch die Tochter begehrt dagegen auf. Als sie aber von dem Hallodri Alfred ein Kind bekommt,
ist es vorbei mit dem Traum von einer selbstbestimmten Zukunft. Marianne landet letztlich im Gefängnis. Dass Oskar sie dann doch noch
heiratet, ist ein Happy End mit eher bitterem Nachgeschmack. 1931 wurde Horvaths Stück in Berlin uraufgeführt. Jetzt inszeniert es
Heike M. Goetze, die 2008 mit dem Körber-Preis für junge Regie ausgezeichnet wurde. Am Schauspielhaus führt sie zum ersten Mal Regie.

 

THALIA THEATER

KRUM

„Ein Stück mit zwei Hochzeiten und zwei Begräbnissen“ – das klingt nach Glück und Tragik. Doch ist es eher Resignation, die über
dem Schauspiel des israelischen Dramatikers Hanoch Levin (1943 – 1999) schwebt.
Krum kommt nach langer Zeit in Europa nach Hause zurück und muss bekennen: „Ich habe es im Ausland zu nichts gebracht“. Seine frühere Geliebte hat sich inzwischen mit einem anderen Mann getröstet, sein Freund ist auf der Suche nach einer Ehefrau. Sie alle stecken fest in der eigenen Mittelmäßigkeit. Warum nur verpassen sie ständig ein besseres Leben? Mit schwarzem Humor und einem Hauch von Traurigkeit
wirft der in Israel viel gespielte, in Deutschland jedoch nahezu unbekannte Autor diese Frage auf.
Die deutschsprachige Erstaufführung im Thalia Theater inszeniert der ungarische Film- und Theaterregisseur Kornél Mundruczó.

 

ERNST DEUTSCH THEATER

DIE AFFÄRE RUE DE LOURCINE       

Schreck in der Morgenstunde: Nach durchzechter Nacht mit anschließendem Filmriss wacht Lenglumé völlig verkatert auf und findet neben sich
einen Mann im Bett! Welcher sich schließlich als ehemaliger Mitschüler und Saufkumpan entpuppt, dessen Kleidung und Hände allerdings,
ebenso wie seine eigenen, Kohle-schwarz bestäubt sind. Und was noch schlimmer ist: In der Zeitung findet er eine Meldung, dass in der Rue de Lourcine die Leiche eines Kohlenmädchens gefunden wurde. Was haben sie getan?
Es folgt eine Reihe von grotesken Rettungsversuchen, um einen drohenden Skandal zu vermeiden und die schwarzen Flecken auf ihren Händen und ihrem Gewissen zu bereinigen. Dabei geht’s ihnen weniger um das Verbrechen als um ihr Ansehen. „Die Affäre Rue de Lourcine“ ist eine
der turbulenten Farcen des Franzosen Eugène Labiche (1815 – 1888), in denen er die Doppelmoral und die Abgründe hinter der Fassade der bürgerlichen Gesellschaft seiner Zeit aufs Korn nahm.
Im Ernst Deutsch Theater inszeniert Wolf-Dietrich Sprenger das Stück in einer Übersetzung von Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek,
die den gewitzten Dialogen noch zusätzlich Biss verlieh.

Die Premiere findet nicht zum geplanten Zeitpunkt statt, ein neuer Termin steht noch nicht fest.

 

OHNSORG THEATER

RITA WILL DAT WETEN

Rita will mehr wissen. Deshalb meldet sich die junge Friseurin in einem Erwachsenenbildungskurs an – und gerät an den zynischen Literaturprofessor  Frank. Dem geht sie mit ihrer ständigen Fragerei gehörig auf die Nerven. Aber Rita ist ja nicht doof und hebelt bald mit ihrem gesunden Menschenverstand und ihrer Lebensfreude den Frust und die Vorurteile des Professors aus. Doch je mehr sie in die Bildung eintaucht, desto fremder wird ihr ihre bisherige Lebenssituation.

Der englische Autor William Russell verarbeitete seine eigenen Lebenserfahrungen in der Komödie „Educating Rita“: Mit 15 Jahren verließ
er die Schule und machte eine Friseurlehre, mit 20 hatte er einen eigenen Salon und absolvierte einen Literaturkurs an der Abendschule. Schauspieler und Autor René Heinersdorff putzte die intelligente 40 Jahre alte Komödie in seiner Bearbeitung frisch auf und Meike
Meiners übertrug sie für das Ohnsorg Theater ins Plattdeutsche.

Die Premiere wir auf voraussichtlich März 2021 verschoben.

 

ENGLISH THEATRE

SHIRLEY VALENTINE

In den Jahren 1994 bis 2011 hatte die Ohnsorg-Schauspielerin Herma Koehn einen großartigen Dauererfolg mit ihrem Monolog auf Platt als „Heilige Johanna der Einbauküche“. Jetzt zeigt das English Theatre das 1986 uraufgeführte Original von William Russell: „Shirley Valentine“
hat ihr Leben in Liverpool, ihre Küche und besonders ihren Ehemann Joe satt. Die Kinder sind aus dem Haus, ihre Tage sind immer gleich,
nur die Küchenwand hört ihr noch zu. Und so fragt sie sich selbst, wo sie denn geblieben ist, die lebensfrohe Shirley, die sie einmal war.
Das muss sich ändern, beschließt sie, packt ihren Koffer und hinterlässt ihrem Gatten einen Zettel: „Auf nach Griechenland! Bin in zwei Wochen wieder da.“ Wird sie die „alte“ Shirley wiederfinden?

Kinder, Ehemann, Freundin und griechischer Tavernen-Inhaber – in dieser humorvollen Komödie schlüpft Shirley in die Rollen all der Menschen, die Einfluss auf ihr Leben nehmen.

 

HAMBURGER KAMMERSPIELE

DIE DEUTSCHLEHRERIN

Deutschlehrerin Mathilda und Jugendbuchautor Xaver waren einmal ein Paar. Sie hat bis heute nicht verwunden, dass er sie damals verlassen hat.
Als sie sich scheinbar zufällig nach 16 Jahren wieder treffen, konfrontieren sie sich gegenseitig mit ihrer Vergangenheit, erzählen Geschichten
von familiären Schicksalen, schreiben E-Mails, zitieren Tagebücher oder polizeiliche Vernehmungen. Aus vielen Einzelteilen und Handlungssträngen fügt die österreichische Autorin Judith W. Taschler ein spannendes Psycho-Puzzle zusammen.
Xaver hat nach der Trennung eine prominente Hotelierstochter geheiratet. Die beiden hatten einen Sohn, der vor 15 Jahren spurlos verschwand.
Was war geschehen? Taschlers preisgekrönten Roman „Die Deutschlehrerin“ bearbeitete Thomas Krauß für die Bühne. Als deutsche Erstaufführung inszeniert Kammerspiel-Intendant Axel Schneider den Krimi mit zwei Schweizer Schauspielern, die durch viele Fernsehrollen
auch bei uns bekannt sind: Stefan Gubser („Tatort“-Kommissar Reto Flückinger) und Regula Grauwiller.

Die findet nicht zum geplanten Zeitpunkt statt, ein neuer Termin steht noch nicht fest.

 

ALLEE THEATER

HÄNSEL UND GRETEL

Vorweihnachtszeit ist in den Theatern Märchenzeit. Nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene – wie im Allee Theater. Intendant
Marius Adam inszeniert dort Engelbert Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“.
Eigentlich wollte die Schwester des Komponisten nur ein Märchenspiel für die jährlichen Festaufführungen innerhalb der Familie schreiben
und bat ihren Bruder, einige ihrer Verse zu vertonen. Das kam im Familienkreis so gut an, dass eine ganze Oper daraus wurde. 1893 wurde sie schon bei der Uraufführung in Weimar unter dem Dirigenten Richard Strauss ein großer Erfolg.
Die armen Eltern, die Kinder, die in den Wald geschickt und von der Hexe gefangen werden – die bekannte Geschichte des Grimmschen
Märchens mischt musikalisch Dramatik mit Romantik und volkstümlichen Elementen. Humperdinck verarbeitete damals bekannte Lieder wie
„Suse, liebe Suse“ und fügte eigene wie „Brüderchen, komm tanz mit mir“ hinzu, die in der Folge zu neuen Volksliedern wurden.
Und immer wieder wunderschön: der Abendsegen mit den 14 Engeln.

 

KOMÖDIE WINTERHUDER FÄHRHAUS

ZUHAUSE BIN ICH DARLING

Ach, früher war doch alles besser! Zum Beispiel in den 50er Jahren. Judy jedenfalls lebt ihren Petticoat-Traum voll aus und zelebriert
geradezu ihre Rolle als Heimchen am Herd. Dafür hat sie sogar ihre berufliche Karriere aufgegeben. Ehemann Johnny ist begeistert.
Wenn da nur nicht die lästige Realität mit Geldsorgen und der attraktiven neuen Chefin von Johnny wäre. Und erst Judys Mutter: „Dafür
habe ich nicht gekämpft“, empört sich die Hardcore-Emanze, die einst für die Rechte der Frau demonstriert hat.
Die englische Autorin Laura Wade bürstet die Feministen-Erfolge der vergangenen Jahre in ihrem 2018 uraufgeführten Stück „Zuhause bin ich
Darling“ gehörig gegen den Strich. Dafür wurde sie mit dem britischen Laurence-Olivier-Award für die beste neue Komödie ausgezeichnet.
In Martin Woelffers Inszenierung in der Komödie Winterhude stehen Beatrice Richter, Comedy-Star der 80er Jahre („Rudis Tagesshow“), und
ihre Tochter Judith zum ersten Mal gemeinsam auf der Theaterbühne.

 

ALTONAER THEATER

LORIOTS HEILE WELT

Immer wieder gern gesehen: Der subtile Humor, die ernste Komik, mit der Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot, Alltagsszenen des durchschnittlichen Spießbürgertums ad absurdum führt, machen seine Sketche unsterblich. Und so lädt das Altonaer Theater ein zu einem vergnüglichen Ausflug in „Loriots heile Welt“. Dabei dürfen natürlich einige der schönsten Klassiker nicht fehlen. „Das Frühstücksei“
zum Beispiel, gefühlt oder tatsächlich viereinhalb Minuten gekocht. Fazit: Das Ei ist hart. Oder „Der Staubsaugervertreter“ mit dem unvergleichlichen Slogan „Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann.“ Im Hinblick auf die kommenden Feiertage
gipfelt das Sketch-Potpourri schließlich im chaotischen „Weihnachten bei Hoppenstedts“. Opa weiß es genau: „Früher war mehr Lametta.“
In Hans Schernthaners Inszenierung mit dabei: Hannelore Droege und Dirk Hoener, unter anderem als Ehepaar Hoppenstedt.

 

 Karten für die Neuproduktionen finden Sie im Ticketshop

 

Verwendung von Cookies

Zur Bereitstellung des Internetangebots verwenden wir Cookies. Bitte legen Sie fest, welche Cookies Sie zulassen möchten.

Diese Cookies sind für das Ausführen der spezifischen Funktionen der Webseite notwendig und können nicht abgewählt werden. Diese Cookies dienen nicht zum Tracking.

Funktionale Cookies dienen dazu, Ihnen externe Inhalte anzuzeigen.

Diese Cookies helfen uns zu verstehen wie unsere Webseite genutzt wird. Dadurch können wir unsere Leistung für Sie verbessern. Zudem werden externe Anwendungen (z.B. Google Maps) mit Ihrem Standort zur einfachen Navigation beliefert.