Die aktuellen Neuproduktionen der Privat- und Staatstheater

"Die Jakobsbücher" im Thalia Theater © Krafft-Angerer

Die Premieren im Oktober:

 

THALIA THEATER
DIE JAKOBSBÜCHER

Der polnische Religionsführer Jakob Frank, auch „der wahre Jakob“ genannt, ist eine der einflussreichsten Figuren in der Geschichte des Judentums. Er lebte im 18. Jahrhundert und war fest entschlossen, sein Volk in Osteuropa, das noch in mittelalterlichem Brauchtum verharrte, der Moderne
zu öffnen. Von seinen Anhängern wurde er verehrt, von der katholischen Kirche als Ketzer verfolgt.
Sein Weg führte ihn quer durch Europa, seine Religion wechselte vom Judentum über den Islam zum Christentum.
Die Geschichte dieses fanatischen Charismatikers verarbeitete die polnische Literaturpreisträgerin Olga Tokarczuk in ihrem Roman
„Die Jakobsbücher“, der deutliche Bezüge zur Gegenwart erkennen lässt. In ihrer Heimat erlebte die Autorin dafür Anfeindungen und sogar Morddrohungen. Im Thalia Theater interpretiert die polnische Regisseurin Ewelina Marciniak die „Jakobsbücher“ als europäische Geschichte
von Menschenrechten und sozialer Revolution. André Szymanski spielt den Jakob Frank in der deutschsprachigen Erstaufführung.

 

DEUTSCHES SCHAUSPIELHAUS

DIE BRÜDER KARAMASOW

Ein Krimi mit einem Mord, einer Gerichtsverhandlung und einem Fehlurteil. Das ist jedoch nur das Handlungsgerüst für Dostojewskis Analyse der russischen Gesellschaft Mitte des 19. Jahrhunderts, deren überholte Prinzipien vor einer Erneuerung stehen.
„Die Brüder Karamasow“ geraten in den Mittelpunkt der Ermittlungen, nachdem ihr Vater Fjodor, ein Schmarotzer und Schürzenjäger, ermordet
wurde. Der in Geldnöten steckende, eifersüchtige Dimitrij wird angeklagt und verurteilt. Religiös-philosophische Aspekte, die Frage nach Schuld und Sühne, menschliche Abgründe bestimmen das mörderische Familiendrama.
Oliver Frljic’ bringt den 1880 veröffentlichten Roman – es war der letzte des russischen Dichters – in einer neuen Bearbeitung auf die Bühne.
Der ehemalige Intendant des Kroatischen Nationaltheaters in Rijeka sieht einen aktuellen Bezug zu den Problemen unserer Zeit, Klimawandel, Flüchtlingsströme, Pandemie, die nach einer Erneuerung der Gesellschaft rufen. Er inszeniert zum ersten Mal am Schauspielhaus.

 

THALIA THEATER
KRUM 

Es heißt zwar „Ein Stück mit zwei Hochzeiten und zwei Begräbnissen“, doch im Leben von Krum passiert eigentlich gar nichts. Er kehrt aus
dem Ausland nach Hause zurück, ohne Erfolg, in Untätigkeit gefangen. Sein Freund will unbedingt heiraten, seine Geliebte tröstet sich mit
einem anderen. Der Schriftsteller Hanoch Levin, Israels bekanntester und kontroversester Dramatiker, stellt mit dem Verhalten des
Lebenskünstlers Krum die Frage: Warum verpassen wir das eigentliche - oder bessere - Leben? Warum ringen wir um Liebe, Glück und
Bedeutsamkeit und bleiben doch im Mittelmaß hängen? Der Ungar Kornél Mundruczó, einer der wichtigsten Theater- und Filmregisseure der Gegenwart, inszeniert im Thalia Theater die deutschsprachige Erstaufführung. 2019 brachte er hier auch seine vielbeachtete Inszenierung
von Molnars „Liliom“ heraus.

 

THALIA THEATER
DIE RÄUBER

Das Recht auf persönliche Freiheit wurde gerade in dieser Zeit der Pandemie immer wieder diskutiert. Aber – Freiheit, gibt es die wirklich?
Ist nicht jeder Mensch eingebunden in irgendwelche sozialen oder physischen Zwänge? Den Gedanken von der Freiheit, die alles ermöglicht
und schließlich doch scheitert, setzte schon Friedrich Schiller in seinen Dramen der jugendlichen Sturm-und-Drang-Phase literarisch um.
Für nationales Aufsehen sorgte 1782 gleich sein erstes Bühnenstück bei der Uraufführung in Mannheim: „Die Räuber“. Im Konflikt zwischen Verstand und Gefühl, zwischen Gesetz und Freiheit gehen die ungleichen Brüder Franz und Karl Moor schließlich zugrunde.
Franz sehnt sich nach Anerkennung und kämpft dafür mit einem intriganten Spiel. Karl setzt mit den Räubern dagegen und sieht seine Ideale
am Ende verraten. Wie soll man handeln, so dass die Freiheit der anderen nicht beschnitten wird? Diese Frage steht im Hintergrund der Inszenierung von Michael Thalheimer am Thalia Theater.

 

ERNST DEUTSCH THEATER
SECHS TANZSTUNDEN IN SECHS WOCHEN

Lily, die wohlhabende und etwas ältere Gattin eines Baptistenpredigers, möchte Abwechslung in ihren Alltag bringen und engagiert einen
privaten Tanzlehrer. Bei ihr erscheint Michael Minetti, ein arbeitsloser ehemaliger Broadwaytänzer und temperamentvoller Italiener.
Es kracht zwischen den beiden schon bei der Begrüßung. Zwischen Tango, Walzer und Foxtrott erzählen sie sich ihre Lebensgeschichten.
Doch die stecken voller Lügen, die keiner von beiden preisgeben möchte. Am Ende von „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“ hat sich
dennoch fast gegen ihren Willen ein Vertrauen entwickelt, das sie zu echten Tanzpartnern macht. Das 2001 uraufgeführte Stück des
Amerikaners Richard Alfieri war weltweit ein Erfolg und wurde in 14 Sprachen übersetzt. Im Film von 2014 waren Gena Rowlands und

Cheyenne Jackson das ungleiche Tanzpaar. Im Ernst Deutsch Theater inszeniert es Anatol Preissler mit Gila von Weitershausen
und Mark Weigel.

 

ENGELSAAL
CARUSO

Er stammte aus ärmlichen Verhältnissen in Neapel und wurde zum gefeierten Star der Opernwelt: Enrico Caruso (1873 – 1921).
Mit seiner warmen Stimme verzauberte er die Menschen. An sein abenteuerliches Leben erinnert der Sänger und Regisseur Hendrik
Lücke – allerdings aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Acht Jahre lang lebte Caruso mit der Sängerin Ada Giachetti zusammen, ohne
verheiratet zu sein. Mit ihr hatte er zwei Söhne. Wegen seiner zahlreichen Seitensprünge verließ sie ihn jedoch und floh mit ihrem Chauffeur.
Aus ihrer Sicht sieht die Erfolgsgeschichte des großen Tenors ein bisschen anders aus. Aber natürlich lässt sich Lücke als Caruso trotzdem
die berühmtesten Arien und Lieder nicht entgehen. Als Ada ist Kornelia Kirwald dabei.

 

ENGELSAAL
PAGANINI

Einem anderen gefeierten Star der Musikwelt widmet sich Hendrik Lücke mit einem Werk von Franz Lehár. In eigener Bearbeitung bringt er
die Operette „Paganini“ auf die Bühne des Engelsaals. Lehár verarbeitete darin die Liebesgeschichte des begnadeten Geigers (1782 – 1840)
mit Napoleons Schwester Anna, die sogar bereit war, ihm zuliebe auf ihr fürstliches Leben zu verzichten – bis sie von seiner Romanze
mit einer Sängerin erfuhr... Doch welche Frau wollte dem Schwerenöter schon widerstehen, wenn er singend bekennt: „Gern’ hab ich die
Frau’n geküsst“ oder „Niemand liebt dich so wie ich“.

 

Karten für die Neuproduktionen finden Sie im Ticketshop

 

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