Die aktuellen Neuproduktionen der Privat- und Staatstheater

"Maß für Maß" im Thalia Theater © Krafft Angerer

Die Premieren im Oktober:

 

THALIA THEATER

MASS FÜR MASS

Wie viel Stärke braucht der Staat, um Recht durchzusetzen? Und wo wird Gerechtigkeit durch Selbstgerechtigkeit vereitelt? Fragen, die hinter Shakespeares „Maß für Maß“ stehen, eine Komödie,
die zu den Problemstücken des Dichters zählt.
Wien versinkt in Chaos, Sittenverfall und Korruption. Der Herzog übergibt die Macht an den strengen Sittenwächter Angelo und zieht sich sozusagen undercover im Mönchsgewand zurück. Angelo setzt sogleich ein Zeichen und verurteilt den jungen Claudio, dessen Verlobte ein Kind erwartet, wegen
Unzucht zum Tode. Als dessen Schwester für ihn um Gnade bittet, wird der Moralapostel selbst zum Opfer seiner Triebe. In einer freien Bearbeitung versetzt der Schriftsteller und Dramatiker Thomas Melle den Shakespeareschen Text in unsere Zeit. „Eine amtsmüde Regentin
gibt die Macht ab, ohne sie abzugeben, und beobachtet, als Mönch verkleidet, was passiert. Doch das Sozialexperiment geht schief, als der ‚schwedische Odem’ zu wüten beginnt. Wie verhalten sich unter diesen Umständen Geilheit und Macht?“  So führt der Autor in seine Version
von „Maß für Maß“ am Thalia Theater ein. Stefan Pucher inszeniert.

 

THALIA THEATER

NETWORK

„Mit Moral hat unser Metier nichts zu tun, unsere Aufgabe besteht darin, Geld zu verdienen.“ Dieser zynische Kommentar kommt von der Fernsehprogrammdirektorin Christensen – nicht etwa heute, sondern vor rund 45 Jahren. Damals war es eine Film-Satire auf das
kommerzialisierte Fernsehen, die sich als bitter prophetisch bis in unsere Zeit des globalen Internets erwiesen hat. Der Film „Network“ wurde
1976 mit vier Oscars ausgezeichnet. Als deutschsprachige Erstaufführung inszenierte Jan Bosse die Bühnenbearbeitung von Lee Hall im
Thalia Theater.
Nachrichtenmoderator Howard Beale kündigt in einer Live-Sendung an, dass er sich vor laufender Kamera umbringen wird. Der Erfolg: seine
Einschaltquoten steigen rasant. Er nutzt die Popularität und wettert nun gegen das eigene Medium und gegen den Rest der verlogenen Welt. Produzentin Diane Christensen wittert ihre Chance und macht aus seiner Wut ein neues Sendeformat. Beale heizt die Massen an – doch da
hat er nicht mit der Macht des internationalen „Network“ gerechnet.

 

OHNSORG THEATER

BLOTS EN LÜTTEN BOORT – DAS BÄRTCHEN         

Wie trügerisch der äußere Schein sein kann, das muss Sylvain durch ein kleines Missgeschick am eigenen Leib erfahren. Er ist gerade dabei,
sich besonders schick zu machen, denn er soll sich seinem strengen künftigen Schwiegervater vorstellen. Da fällt plötzlich der Strom aus, der Rasierapparat streikt – und unter Sylvains Nase bleibt „Bloots en lütten Bart“ stehen, ein „Hitlerbärtchen“. Sylvain ist eigentlich ein netter und höflicher Mensch, doch nun sehen ihn seine Mitmenschen durch eine ganz andere Brille. Die Folge sind irrwitzige Missverständnisse
und Verwechslungen.
Die beiden französischen Autoren und Schauspieler Sacha Judaszko und Fabrice Donnio treiben in ihrer Komödie die grotesken Seiten von Vorurteilen und deren abstruse Auswirkungen auf die Spitze. Die deutschsprachige Erstaufführung im Ohnsorg Theater inszeniert Murat Yeginer u.a. mit Till Huster und Daniel Schütter.

 

ERNST DEUTSCH THEATER

SO ODER SO – HILDEGARD KNEF

Mit ihren Chansons ist Hildegard Knef in Erinnerung geblieben: „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ zum Beispiel oder „So oder so ist das Leben“.
„So oder so“ nennt Gilla Cremer nun auch ihr Porträt der Schauspielerin, Sängerin und Autorin („Der geschenkte Gaul“), deren Lebensweg über viele Höhen und Tiefen hinweg führte.
Kindheit beim Großvater, Kriegsgefangenschaft, Karriere in Hollywood und am Broadway, Rückkehr nach Deutschland, wo sie schon 1950 mit einer winzigen Nacktszene im Film „Die Sünderin“ für einen Skandal sorgte. Später machte die vielseitige Künstlerin nicht nur durch Erfolge von sich reden, sondern bot mit Ehekonflikten und Krebserkrankung auch der Promi-Presse reichlich Stoff. 2002 starb sie im Alter von 76 Jahren.
Gilla Cremer, die schon viele eigene Soloprogramme auf deutsche Theaterbühnen brachte, erzählt, singt und tanzt diese außergewöhnliche
Biographie im Ernst Deutsch Theater, begleitet von Gerd Bellmann am Klavier.

 

ALTONAER THEATER

DIE REISE DER VERLORENEN

Es ist eine Geschichte aus dem Jahr 1939 und könnte so ähnlich doch eine Geschichte aus unseren Tagen sein. Mehr als 900 Juden gingen damals in Hamburg an Bord der St. Louis. Ihr Ziel: Kuba und von dort aus weiter in die USA und andere Länder. Doch dann verweigerte der kubanische Präsident den Passagieren die Einreise. Und auch Amerika und Kanada wollten die Menschen, die Zuflucht vor Nazi-Deutschland suchen, nicht aufnehmen. Politische Verflechtungen und Verhandlungen, Spannungen zwischen Crew-Mitgliedern und Passagieren
machten die Situation zum Albtraum. Die St. Louis wurde nach Hamburg zurück geschickt. Anfang 1970 verarbeiteten die amerikanischen
Journalisten Gordon Thomas und Max Morgan-Witts das Drama in ihrem Roman „Die Reise der Verlorenen“. Daniel Kehlmann machte 2018
ein Schauspiel daraus. In biografischen Episoden und Monologen erzählen die einzelnen Figuren von ihren oft tragischen Schicksalen. Die Parallelen zu aktuellen Flüchtlingsdramen sind unübersehbar, erwähnt werden sie jedoch mit keinem Wort. Das Altonaer Theater bringt
„Die Reise der Verlorenen“ in Koproduktion mit der freien „theaterlust productions GmbH“ auf die Bühne.

 

DEUTSCHES SCHAUSPIELHAUS

RICHARD THE KID

Er ist ein Lügner, ein Mörder, ein Machtmensch: Shakespeares Richard III., der mit dem Buckel und dem Hinkebein, Inkarnation des Bösen
und faszinierender Antiheld auf der Theaterbühne. Schon nach seiner Geburt ahnt seine Mutter Schlimmes. Als Jugendlicher beweist er dann
in den Rosenkriegen um die englische Krone (1455 – 1485) kaltblütig und brutal, was in ihm steckt. Später räumt er skrupellos seinen Bruder, König Heinrich VI. und dessen Sohn aus dem Weg, um auf den Thron zu gelangen. Machte ihn die körperliche Behinderung zu solch einem moralischen Krüppel? War ihm die Bosheit schon in die Wiege gelegt? In ihrer Inszenierung widmet sich Karin Henkel auf der Grundlage von Shakespeares Dramen „Heinrich VI.“ und „Richard III.“ der Familiengeschichte und der Jugend des machtgierigen Scheusals. Schon viele
große Schauspieler von Laurence Olivier bis zu Lars Eidinger schlüpften in die Paraderolle des Richard. Im Schauspielhaus ist Lina
Beckmann nun „Richard the Kid“. In der nächsten Spielzeit will Karin Henkel die Fortsetzung auf die Bühne bringen: „Richard the King“.

 

 Karten für die Neuproduktionen finden Sie im Ticketshop

 

Verwendung von Cookies

Zur Bereitstellung des Internetangebots verwenden wir Cookies. Bitte legen Sie fest, welche Cookies Sie zulassen möchten.

Diese Cookies sind für das Ausführen der spezifischen Funktionen der Webseite notwendig und können nicht abgewählt werden. Diese Cookies dienen nicht zum Tracking.

Funktionale Cookies dienen dazu, Ihnen externe Inhalte anzuzeigen.

Diese Cookies helfen uns zu verstehen wie unsere Webseite genutzt wird. Dadurch können wir unsere Leistung für Sie verbessern. Zudem werden externe Anwendungen (z.B. Google Maps) mit Ihrem Standort zur einfachen Navigation beliefert.