Bühnen- und Kostümbildnerin Amelie Hensel © A. Hensel
Bühnen- und Kostümbildnerin Amelie Hensel © A. Hensel

Optimismus im Lockdown:
Die Bühnen- und Kostümbildnerin Amelie Hensel

Der Lockdown hat viele freiberufliche Künstler auf und hinter der Bühne in Existenz-Not gebracht. Eine von denen, die mit Eigeninitiative, Kreativität und Zuversicht versuchen, in der Krise über die Runden zu kommen, ist die Bühnen- und Kostümbildnerin Amelie Hensel. „Wenn ich jammere, kann
ich gleich ganz aufhören“, erklärt die Künstlerin voll Optimismus.


Seit 25 Jahren lebt die Bonnerin in Hamburg. Ihre Aufträge führten sie „von Augsburg bis Zwickau“, wie sie selbst es ausdrückt. In Hamburg arbeitete sie u. a. am Thalia Theater, auf Kampnagel, im monsun.theater und im Hamburger Sprechwerk. Und dann kam der 12. März 2020. „Am 11. März war ich noch zu Vorbesprechungen in der Neuköllner Oper in Berlin. Einen Tag später ging gar nichts mehr.“


Im vergangenen Pandemie-Jahr musste auch Amelie Hensel bei ihren Einkünften weitgehende Einbußen hinnehmen. Die Soforthilfe der Kulturbehörde und die „Gute Leude Stiftung“ von MenscHHamburg e.V. halfen ihr weiter. „Ich habe dann auch andere Jobs angenommen.“
Dazu gehörte das Zuschneiden der damals noch begehrten Stoffmasken. Und sie half einer Freundin in deren Hula-Hoop-Manufaktur
beim Zuschneiden und Versand der Reifen. „Das Geschäft brummt in der Corona-Zeit“, weiß sie. Na klar, schließlich ermöglicht es Sport und
Spaß mit Abstand und im Freien…


Nach der Sommerpause konnte die Künstlerin, die schon vor 15 Jahren ihr erstes Künstlerkollektiv gegründet hatte, auch wieder ein eigenes Projekt starten. Zusammen mit dem Regisseur und Autor Steffen Lars Popp und dem monsun.theater bereitete sie „Die Gründung eines Klimaparlaments“ vor, wobei sie und ihre „Mit-Parlamentarier“ als symbiotische Wesen von Mensch und Natur auftraten. An drei Abenden
konnte man das Projekt im November auf Kampnagel im Live-Stream und im Chat mit den Zuschauern auf Youtube miterleben. Für ein Publikum vor Ort war es wegen des neuen Lockdowns da schon wieder zu spät.


Schwierig, das weiß Amelie Hensel aus eigener Erfahrung, ist es auch bei den kleineren Theatern, bei denen keine Einnahmen durch den sonst üblichen Gastspielbetrieb reinkommen. „An der Ausstattung wird in Stadt- und Landestheatern zuerst gespart. Darin sehe ich auch eine Gefahr
für die Zukunft“, meint die Mutter einer 17-jährigen Tochter. Sorgen macht ihr vor allem die Ungewissheit, wie es weitergehen soll. Inzwischen bereitet sie per Video-Chat mit 27 Schülern schon die Fortsetzung ihres Klimaprojekts für das Hamburger „Flex – Festival für Junges Theater“
vor. Schließlich gibt es auch noch andere wichtige Themen außer Corona. Doch auf das Live-Erlebnis, den direkten Austausch mit Kollegen und
Publikum möchte sie nie verzichten müssen. „Ohne das Theater könnte ich nicht leben.“

 

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