Twee as Bonnie un Clyde © Sinje Hasheider
Twee as Bonnie un Clyde © Sinje Hasheider

Premiere im Ohnsorg Theater: Twee as Bonnie un Clyde

Unterhaltung pur: Birte Kretschmer und Erkki Hopf als verhindertes Gangsterpärchen

 

Sie liebten sich bis in den Tod. Sie überfielen Banken und sie mordeten. Bis sie im Kugelhagel der Polizei ein Ende fanden. Das Gangsterpärchen Bonnie und Clyde war in den USA der 30er Jahre schon zu Lebzeiten berühmt-berüchtigt. Der Film von 1967 mit Warren Beatty und Faye Dunaway machte sie schließlich zu legendären tragischen Helden. So wie sie wollen Chantal und Manni sein. Sie träumen vom großen Geld und einem sorglosen Leben auf Hawaii. Doch leider sind sie nicht gerade die hellsten Kerzen auf der Torte. Deshalb geht bei ihren Raubzügen so ziemlich alles in die Hose. „Sie scheitern an sich selbst und an den Umständen“, sagt Frank Grupe, der die Komödie „Twee as Bonnie un Clyde“ im Ohnsorg Theater inszeniert.

  

Beim ersten Banküberfall erwischten sie aus Versehen statt der Geldbeute eine Einkaufstasche. Jetzt planen sie den nächsten Coup. Womit sie dabei nicht gerechnet haben, sind konkurrierende Ganoven, blickdichte Strumpfmasken oder ein leerer Tank. „Das Ganze ist wie eine Clownsnummer. Das Stück will einfach nur unterhalten“, erklärt Grupe, der von 2001 bis 2018 Oberspielleiter am Ohnsorg Theater und als Regisseur eher für die charakterstarken Stücke zuständig war.

 

 „Leichte Komödie ist relativ neu für mich. Aber es macht auch mal Spaß, sich austoben zu können.“ Mit Slapstick-Komik hilft er den Schmalspur-Räubern auf die Sprünge und versetzt das Ganze, musikalisch aufgepeppt, zurück in die Zeit der 40er und 50er Jahre. Historisch präzise will er sich dabei nicht festlegen, vielleicht sogar einen Abstecher zu den „Toten Hosen“ und ihrem Bonnie-und-Clyde-Song riskieren.  Und wenn die Liebe ins Spiel kommt  - wegen Corona müssen Küsse und Umarmungen zurzeit ausfallen -, dann sorgt eine Geige für zärtliche Gefühle.

      

Auch bedingt durch die Corona-Krise wurden für den Spielplan der Saison 2020/21 vor allem unbeschwerte Stücke mit höchstens vier Darstellern ausgesucht. Auf zwei Personen spezialisiert sind die Autoren und Schauspieler Tom Müller und Sabine Misiorny. Gemeinsam führen sie das Gastspiel-Unternehmen „m&m theater“, in dem sie ihre eigenen Stücke ausprobieren. „Zwei wie Bonnie und Clyde“ ist wohl ihre erfolgreichste Komödie. Von Renate Wedemeyer wurde sie ins Plattdeutsche übertragen. Im Ohnsorg Theater sind Erkki Hopf und Birte Kretschmer die beiden dilettantischen Möchtegernbanditen. Der Regisseur ist begeistert: „Sie sind wunderbare Schauspieler. Ich habe noch nie eine so große Differenz erlebt zwischen dem, was ich gelesen habe, und dem, was ich auf der Probe sehe!“ Zum Schluss verspricht er den Zuschauern auch noch eine kleine Überraschung.

   

Eigentlich hatte Frank Grupe sich in diesem Jahr besonders auf die Produktion von „Dat Füerschipp“ nach der Erzählung von Siegfried Lenz gefreut. Er selbst hat die Bühnenversion für das Ohnsorg Theater geschrieben und sollte auch eine kleine Rolle darin spielen. Vor der Premiere im April hatte das Theater jedoch schon schließen müssen. Nun hofft er auf einen späteren Termin - und hat Ideen für weitere Bühnen-Adaptionen: „Das Sommerfest“ von Frank Goosen zum Beispiel oder Stephen Kings Thriller „Misery“, der schon 2009 in einer plattdeutschen Version mit Herma Koehn in der Hauptrolle bei Ohnsorg ein großer Erfolg war. Als Berater steht Grupe dem Theater seit seiner Verabschiedung als Oberspielleiter noch immer zur Verfügung.

  

Bei allem Engagement für die Niederdeutsche Bühne, an die er  zunächst als Dramaturg kam, würde Grupe gern auch wieder einmal auf hochdeutsch inszenieren. Schließlich hatte seine vielseitige Karriere als Schauspieler, Autor (auch vieler eigener Stücke) und Regisseur hochdeutsch begonnen: Schon als Zehnjähriger sprach er Hörspielrollen im Bremer Rundfunk. Platt konnte er damals noch nicht. Das musste er erst lernen, als er  später für plattdeutsche Hörspiele eingesetzt wurde. Als er dann als Schüler auch im niederdeutschen Waldau-Theater in Bremen auftrat, war der Grundstock gelegt: Seit 24 Jahren gehört Frank Grupe nun schon zum Ohnsorg Theater, das ihn 2018 für seine langjährige Tätigkeit mit der hauseigenen Medaille ausgezeichnet hat.

 

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