Unsere Festwoche: 100 Jahre Hamburger Volksbühne 

Buntes Veranstaltungsprogramm vom 16. bis 23. März 2019

Volksbühnentag in Hamburg
Zum fünften Volksbühnentag am 16. und 17. März 2019 trafen sich Delegierte der gut 50 Volksbühnen aus ganz Deutschland in der Hansestadt, um über Gegenwart und Zukunft der Theaterbesucher-Organisationen zu diskutieren. Die mehrtägige Zusammenkunft war eingebettet in ein kulturelles Rahmenprogramm mit Stadtrundfahrt, Theater- und Konzert-Abend sowie Besuch der Podiumsdiskussion in den Hamburger Kammerspielen (s.u.)

Podiumsdiskussion: Lebendiges Theater im 21. Jahrhundert und die Volksbühne?!
Rund 250 Zuschauer verfolgten eine angeregte Diskussion um das Thema „Faszination Theater“ am 17. März 2019 in den Kammerspielen. NDR-Moderatorin Julia Westlake führte durch das Gespräch mit namhaften Gästen aus Kultur und Politik: Axel Schneider (Intendant), Marek Erhardt (Schauspieler), Christa Goetsch (Bildungssenatorin a.D.), Tom Till (Thalia Theater) und Dr. Petra Weckel (Behörde für Kultur und Medien) sowie Bernd Rickert (Hamburger Volksbühne). Großen Konsens gab es darüber, dass es auch in Zukunft eine wichtige Aufgabe für Eltern, Schulen und die Kulturpolitik bleibe, den leichten Zugang zur Kultur für jeden zu ermöglichen. Gleiches gilt auch für die Hamburger Volksbühne. Für den musikalischen Rahmen sorgten Maia Siradze und Metin Atasoy von der Hochschule für Musik und Theater (HfMT).

Jubiläumskonzert in der Elbphilharmonie
Nach Grußworten und Ansprachen von Bernd Rickert (Vorsitzender des Vorstandes der Hamburger Volksbühne) und Bernd Link (Vorsitzender des Bundes Deutscher Volksbühnen) führte Prof. Fredrik Schwenk (HfMT) durch 100 Jahre Hamburger Musikgeschichte, eine Zeit unterschiedlichster Strömungen und Musikstile. Schwenk hatte aus dieser Epoche ein anspruchsvolles Konzertprogramm unter dem Motto „100 Jahre Musik in Hamburg – 100 Jahre Hamburger Volksbühne“ zusammengestellt: eine ausgewählte Mischung von Werken, die mit direktem oder indirektem Bezug zu Hamburg stehen – präsentiert von Solistinnen, Solisten und Orchestern aus Hamburg: Gabriele Rossmanith (Sopran), Gabriel Coburger (Saxofon) und Marc Aisenbrey (Rezitation), Trompetenensemble und Percussionensemble sowie die Big Band der HfMT, Kammerorchester St. Johannis-Hamburg-Eppendorf, Johannes-Kreisler-Trio und Mitglieder des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg.
Auf dem Konzertprogramm standen Werke von Itaru Sakai, Dmitri Schostakowitsch, Dieter Glawischnig, Erik Morales, Fredrik Schwenk, Rodion Schtschedrin, Peter Herbolzheimer und französische Liebeslieder des 19. und 20. Jahrhunderts.

Senatsempfang im Rathaus – Bernd Rickert mit Medaille ausgezeichnet
Mit einem Senatsempfang im Kaisersaal des Rathauses hat der Senat der Hansestadt Hamburg am 18. März das Jubiläum der Hamburger Volksbühne gewürdigt: Nach seinen Grußworten dankte Kultursenator Dr. Carsten Brosda der Hamburger Volksbühne für ihren 100-jährigen unermüdlichen Einsatz als Mittlerin zwischen Kultur und den Bürgern in der Hansestadt – trotz aller politischen Widrigkeiten zwischen den Weltkriegen. Der Senator betonte, dass das Schlagwort der Hamburger Volksbühne „Kultur für alle“ eine wichtige Forderung und zugleich auch eine Selbstverpflichtung sei. Denn auch heute, wo fast jedem die Türen zu Kunst und Kultur geöffnet werden, nutze nur ein Anteil von 50 Prozent der deutschen Bevölkerung kulturelle Angebote. Zum Abschluss überreichte Dr. Carsten Brosda Bernd Rickert für sein über 50-jähriges ehrenamtliches Engagement die „Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes“ in Silber.
Die Intendantin des Ernst Deutsch Theaters, Dr. Isabella Vértes-Schütter, betonte in ihrer Rede, dass die Hamburger Volksbühne in ihrer Rolle als Kulturvermittlerin eine tragende Säule für das Hamburger Kulturleben und ein wertvoller Partner für die Theater der Stadt sei. Bernd Link, der Vorsitzende des Bundes der deutschen Volksbühnen, bedankte sich in seiner Ansprache für die Einladung zu diesem Volksbühnentag mit all den beeindruckenden Veranstaltungen.

Ausklang der Jubiläumswoche: Feier im SchauSpielHaus
Zum Abschluss der Jubiläumswoche hatten der Vorstand und die Geschäftsführung der Hamburger Volksbühne Gäste aus Kultur und Politik, Kooperationspartner und ehrenamtliche Mitarbeiter ins Schauspielhaus geladen. Nach einem Sektempfang im Theaterfoyer füllten sich Ränge und Parkett. Karin Beier, die Intendantin des Hauses, begrüßte die Gäste und gratulierte der Hamburger Volksbühne zu ihrem 100. Geburtstag. Sie bedankte sich für die langjährige wichtige Partnerschaft zwischen beiden Häusern und gab humorvoll ihr „Eheversprechen“ für die nächsten 100 Jahre. Peter Tschentscher, der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, schloss sich Beiers Glückwünschen an und gab einen kurzen historischen Abriss zur Demokratisierungsbewegung in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg. In diesem Zusammenhang dankte Tschentscher der Hamburger Volksbühne für ihr 100-jähriges Engagement als Kulturvermittlerin für alle Gesellschaftsschichten. Bevor sich der Vorhang öffnete für Karin Beiers unter die Haut gehende Inszenierung „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ (Edward Albee) gab Bernd Rickert (Hamburger Volksbühne) einen historischen Überblick zu Entstehung und Aufgaben der Hamburger Volksbühne seit 1919.