Kriminalstück von Ferdinand von Schirach
Regie: Axel Schneider; Mit Franz-Joseph Dieken, Katrin Gerken, Dirk Hoener/Ingo Meß, Lisa Karlström, Andrea Lüdke, Antje Otterson und Pierre Sanoussi-Bliss/Sewan Latchinian
In seinem neuen Theaterstück beschäftigt sich Bestsellerautor Ferdinand von Schirach mit dem Dilemma, dass in Fällen von sexueller Gewalt nahezu immer Aussage gegen Aussage steht. Nach „Gott“ im Altonaer Theater ist „Sie sagt. Er sagt.“ das zweite packende Gerichtsdrama von Ferdinand von Schirach, das Axel Schneider, diesmal als Saisoneröffnung in den Hamburger Kammerspielen, inszenieren wird.
Katharina Schlüter, eine erfolgreiche TV-Moderatorin, beschuldigt ihren ehemaligen Geliebten, den Unternehmer Dr. Christian Thiede, sie vergewaltigt zu haben. Zeugen gibt es für dieses Vergehen nicht, und so dreht sich im Strafprozess alles um die Frage der Glaubwürdigkeit. Sowohl für den Angeklagten als auch für die Klägerin steht viel auf dem Spiel: Die weitere private und berufliche Zukunft sowie die Reputation hängen maßgeblich davon ab, wessen Version das Gericht bestätigen wird.
Hamburger Camerata
Solistin: Lir Vaginsky (Violine)
Dirigent: Gianluca Febo
Peter I. Tschaikowsky: Die Jahreszeiten / Zwölf Charakterstücke op. 37b (Bearbeitung für Streicher)
Max Richter: Recomposed: Vivaldi – The Four Seasons, für Solovioline und Streicher
Seit über 35 Jahren ist die Hamburger Camerata eine feste Größe im Musikleben der Hansestadt. Das Ensemble steht für technische Präzision, vitale Spielfreude und Stiltreue.
Große Zauberoper von Michail Glinka in russischer Sprache
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Chor der Hamburgischen Staatsoper; Musikalische Leitung: Ben Glassberg; Mit Gabriela Legun (Ludmilla), Ilia Kazakov (Ruslan), Giorgi Manoshvili (Farlaf), Nicky Spence (Bajan / Finn), Artem Krutko (Ratmir), Kristina Stanek (Naina), Natalia Tanasii (Gorislawa), Alexander Roslavets (Swetosar); Inszenierung, Bühne, Kostüme: Alexandra Szemerédy, Magdolna Parditka
Michail Glinkas wenig bekanntes, musikalisch lebendiges, politisches Märchen eröffnet die Tradition der Großen Russischen Oper. Die ungarischen Regisseurinnen Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka werfen einen Blick hinter die magische Fassade der Sagenwelt, beleuchten die tiefsten Ängste und Abgründe ihrer Figuren und führen die Geschichte bis in autoritäre Systeme vergangener und heutiger Zeiten.
Die Verschleppung der Fürstentochter Ljudmila aus Kiew ist Zentrum sowohl des russischen als auch des ukrainischen Gründungsmythos. Für den ihr versprochenen Krieger Ruslan beginnt damit eine abenteuerliche Reise durch das Zauberreich eines mächtigen Zwergs. Die Rettungsaktion steigert sich zum Kräftemessen der um Ljudmila kämpfenden Männer. Sie selbst wird dabei zu einer fernen Vision von Liebe – zum ersehnten Preis für Heldentum.
Schauspiel nach der Märchenkomödie von Jewgeni Schwarz
Regie: Mona Kraushaar
Mit Aaron Brömmelhaup, Nayana Heuer, K, Anatol Käbisch, Ines Nieri, Daniel Schütter, Isabella Vértes-Schütter
Das Märchenstück des russischen Autors Jewgeni Schwarz entstand 1943 unter dem Eindruck der Leningrader Blockade. Es zeigt das Zusammenspiel von Tyrannei und Untertanengeist, ein satirischer Angriff auf Hitlers Nationalsozialismus.
Seit Jahrhunderten wird die Stadt von einem Drachen beherrscht. Jedes Jahr besänftigen ihn die Einwohnerinnen und Einwohner mit einer geopferten Jungfrau. Doch der tapfere Ritter Lanzelot will die Stadt von der Tyrannei des Drachen befreien. Aber kaum angekommen, stößt dieser auf ein unerwartetes Problem: wie soll man ein Volk befreien, das gar nicht wirklich befreit werden will? Es entsteht ein grotesker Kampf, der humorvoll die Mechanismen von Korruption und Propaganda aufdeckt.
Komödie von Siegfried Lenz; Regie: Georg Münzel
Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe anlässlich des 100-jährigen Geburtstags von Siegfried Lenz. Mit Oliver Geilhardt, Sina-Maria Gerhardt, Isabella Ginocchio, Kai Hufnagel, Alexander Klages, Herbert Schöberl, Jacques Ullrich u. a.
Mit allen Mitteln der Komödie untersucht Lenz die Umstände der Korrumpierbarkeit durch Macht und fragt nach der Motivation dafür. Parallelen zu aktuellen Schreckensgestalten drängen sich auf...
Bruno Deutz, vor Jahren Widerstandskämpfer und nun Friseur, wird aufgrund seiner frappierenden Ähnlichkeit mit dem amtierenden Diktator übergangsweise zu dessen Vertreter berufen. Er soll ihn bei einer Parade vertreten, bei der ein Attentat auf den Präsidenten geplant ist. Bruno soll ihn nicht nur repräsentativ, sondern mit allen Konsequenzen verkörpern. Schon bald legt er seine kleinbürgerliche Maske ab und zeigt sein wahres brutales Gesicht...
Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe anlässlich des 100-jährigen Geburtstags von Siegfried Lenz. Mit allen Mitteln der Komödie untersucht Lenz die Umstände der Korrumpierbarkeit durch Macht und fragt nach der Motivation dafür. Parallelen zu aktuellen Schreckensgestalten drängen sich auf... Siegfried Lenz’ kluge Komödie hält unserer Gesellschaft den Spiegel vor – scharf, pointiert und mit viel Humor.
Schauspiel von Ewald Palmetshofer frei nach Shakespeares „King Henry IV“
Regie: Luise Voigt
Der autoritäre Quasi-König – vom Wahlvolk liebevoll „Heinz“ genannt – braucht einen Nachfolger. Leider erforscht sein Sohn Hal lieber mit Kneipenjunkie Falstaff den unteren Rand der Gesellschaft – bis der ehrgeizige Konkurrent Percy auftaucht.
Ewald Palmetshofer versetzt Shakespeares Historiendrama „Heinrich IV“ in unsere politische Gegenwart und seziert die verrohte Welt einer sterbenden Demokratie. Dieses Stück der Stunde entlarvt jene Machtpolitik, die sich mit Lügen und Gewalt unangreifbar macht. Allein der heilige Narr Falstaff hält die Menschlichkeit hoch und der Gesellschaft den Spiegel vor. Es inszeniert die gerade zum Theatertreffen eingeladene bildstarke Regisseurin Luise Voigt.