Ausstellungsansicht © MARKK, Paul Schimweg
Ausstellungsansicht © MARKK, Paul Schimweg

Geliebt und gefürchtet: KATZEN!

Katzen sind überall: Die sozialen 
Medien werden überschwemmt
 mit „Cat Content“, die japanische
 Winkekatze Maneki-Neko steht in
 vielen Bücherregalen, kleine Mädchen
 (und große) haben Handtaschen mit 
Miss-Kitty-Motiven und dergleichen
 mehr. Die Faszination für dieses Tier 
ist ein kulturell und geografisch weit
verbreitetes Phänomen.

 

Mehr als 15 Millionen Katzen leben
 allein in deutschen Haushalten – damit
 hat die Katze hierzulande allen 
anderen tierischen Hausgenossen an
 Beliebtheit den Rang abgelaufen. Genau 
lässt sich nicht sagen, seit wann
 Katzen und Menschen eng zusammenleben,
 aber 10.000 Jahre dürften
 es schon sein. Aber was bedeutet
 eigentlich „Haustier“? Es gilt hierzulande als Familienmitglied, als Spielkamerad,
 als Kuscheltier, abhängig von
 seinen Besitzern. Eine Katze kann all
 das sein, aber womöglich ist sie gleichzeitig
 das einzige Haustier, dass sich 
seine Wildheit und Unabhängigkeit
 ein ganzes Stück weit bewahrt hat.
 Was sich zum Beispiel dadurch zeigt,
 dass eine Katze immer noch erfolgreich
 auf die Jagd gehen und sich selbst
 ernähren kann (Katzenbesitzer kennen 
die kleinen Geschenke an die Hausgemeinschaft
 in Form von Singvögeln
 und Mäusen). Und manchmal sucht
 sie sich einfach ein neues Zuhause,
 wenn es ihr irgendwo nicht mehr
 gefällt. Undenkbar für jedes andere
 Haustier.

 

Zur Familie der Katzen gehören 
natürlich auch die großen, wilden
 Verwandten wie Löwe 
und Tiger. Als Symbole 
für Macht, Mut und Stärke
 sind und waren sie 
beliebte Insignien der 
königlichen Herrscher. 
In Lateinamerika wandelt
 der Jaguar als heiliges
 Tier wie ein Schamane
 zwischen Diesseits und
 Jenseits, im Alten Ägypten
 wurde eine Göttin
 in Katzengestalt als Beschützerin 
von Müttern
 verehrt. Sashthi, die 
hinduistische Göttin der 
Fruchtbarkeit, reitet auf 
einer schwarzen Katze,
 doch dieselbe Verbindung
 zu Weiblichkeit und
 Fruchtbarkeit führte im 
frühneuzeitlichen Europa 
zur Dämonisierung: Die 
schwarze Katze wurde zur
 Hexenbegleiterin stilisiert.
 Diese ambivalenten
 Zuschreibungen wirken 
bis heute nach. Im US-Wahlkampf 
2024 wurde
 das Stereotyp der kinderlosen 
„Katzen-Lady“ 
bemüht, um Frauen abzuwerten 
– woraufhin diese
 das Tier kurzerhand zu
 ihrem Symbol machten.

 

Die Ausstellung versucht, der
 scheinbaren Allgegenwart der Katze
 in den unterschiedlichsten kulturellen
und gesellschaftlichen Zusammenhängen 
auf die Spur zu kommen. Sie 
„untersucht aus soziokultureller und
 globaler Perspektive die symbolischen 
und spirituellen Bilder der Katze, die 
ihr zugeschriebenen Rollen sowie ihre 
politische und mediale Darstellung in 
Popkultur, Kultur- und Kunstgeschichte“, so die Direktorin des MARKK,
 Barbara Plankensteiner. „Seit Jahrtausenden
 dient die Katze als Projektionsfläche
 für menschliche Wünsche und
 Ängste. Sie steht symbolisch für viele,
 oft gegensätzliche Vorstellungen – und 
bleibt dabei selbst auf geheimnisvolle
 Weise unberührt“, ergänzt Kuratorin 
Lara Selin Ertener. Geheimnisvoll, 
unabhängig, unbestechlich, gefährlich,
 stark, niedlich, süß – vielleicht belegt
 schon die Aufzählung dieser der Katze
 zugedachten, widersprüchlichen Attribute
 ihre Faszination. Sie ist einfach 
nicht „zu fassen“.
 

 

Oder vielleicht doch? Es ist einen
 Versuch wert. Das MARKK zeigt dazu 
Objekte aus der hauseigenen weltumspannenden 
Sammlung wie Altägyptische 
Göttinnenstatuen, japanische
 Dämonenmasken und schamanische 
Jaguardarstellungen, dazu zeitgenössische
 Kunstwerke sowie im Vorfeld der
 Ausstellung aus Hamburger Haushalten 
eingesandte Sammelstücke.

 

Katzen!, bis 29. November 2026,
 MARKK – Museum am Rothenbaum,
 Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg,
 

Di – So 10 – 18 Uhr, Do bis 21 Uhr.

Weitere 
Informationen auf www.markk-hamburg.de.