Die aktuellen Premieren der Privat- und Staatstheater

Caroline Kiesewetter und Nele Larsen © Oliver Fantitsch
Caroline Kiesewetter und Nele Larsen © Oliver Fantitsch

Die Neuproduktionen im Februar

 

OHNSORG THEATER
BITTERSÜSSE ZITRONEN

Was hat Frau John aus Gerhart Hauptmanns Schauspiel „Die Ratten“ mit der Zitronenjette, dem Hamburger Original, gemein? Sie beide gehören zu den Protagonisten, die Murat Yeginer, künst-
lerischer Leiter des Ohnsorg Theaters, unter dem Motto „Bittersüße Zitronen“ zusammenbringt.
Beide Figuren – die eine fiktiv, die andere real – stammen aus der Zeit am Ende des 19. Jahr-
hunderts, Menschen am Rande der Gesellschaft.
Henriette John sehnt sich nach einem Kind, kauft dem verzweifelten Dienstmädchen Piperkarcka
ihr Baby ab und gibt es als ihr eigenes aus. Die tragischen Folgen machen die eine Geschichte
in Hauptmanns Schauspiel aus. Die zweite, eher komische, dreht sich um den ehemaligen Theaterdirektor Hassenreuter,
der über Kunst und Moral schwadroniert. Sie alle sind unter dem Dach eines alten Mietshauses vereint, in dem auch
Henriette Johanne Marie Müller, besser bekannt als Zitronenjette, mit ihrer Schwester wohnt. Motive aus ihrem Leben
mischt Murat Yeginer als Autor und Regisseur mit Szenarien aus den „Ratten“ und macht daraus ein „Schauspiel mit Musik“.

 

DEUTSCHES SCHAUSPIELHAUS
DIE GLÄSERNE STADT

Korruption in Russland war auch schon im 19. Jahrhundert ein Thema. Der russische Dramatiker Gogol packte es 1835
komödiantisch an. In einer Kleinstadt laufen die Wirtschaft und die Politik wie geschmiert – vor allem eben durch Schmiergeld.
Da kündigt sich ein Revisor zur Buchprüfung an. Ein fremder junger Mann gerät in Verdacht: Ist er der gefürchtete Prüfer?
Die Beamten der Stadt überschlagen sich in ihren Bestechungsversuchen, die ein groteskes Ende finden, als der junge Mann
verschwindet. Auf der Grundlage von Gogols Stück „Der Revisor“ hinterfragt die Stuttgarter Autorin Felicia Zeller gegenwärtige
Zustände in Deutschland, wo Milliarden plötzlich im Finanznebel verschwinden können. Mit ihrem Erfolgsstück „Der Fiskus“
hatte sie schon einmal bewiesen, dass man der Wirtschaftskriminalität dramaturgisch auch komische Seiten abgewinnen kann.
Die Uraufführung ihres Stückes „Die gläserne Stadt“ inszeniert der ungarische Regisseur Viktor Bodo, der seit 2014 regelmäßig
im Schauspielhaus zu Gast ist, unter anderem mit Lina Beckmann, Carlo Ljubek und Samuel Weiss.

 

THE ENGLISH THEATRE
LOBBY HERO

Jeff ist Wachmann in der Eingangshalle eines New Yorker Wohnhauses. Außerdem ist er äußerst schüchtern, wenn es um die
Beziehung zu Frauen geht. Sein Chef William, penibel korrekt und ehrgeizig, warnt ihn, dass ersein Leben vergeudet. In einer
Nachtschicht verrät er Jeff vertraulich, dass sein Bruder wegen Mordes verhaftet wurde. Soll er ihm ein falsches Alibi liefern?
Jeff ist ratlos. Dann kommt die junge Polizistin Dawn mit ihrem Kollegen Bill in die Lobby. Jeff erfährt, dass sie ein Verhältnis
mit Bill hat, obwohl der verheiratet ist und heimlich auch noch die Dame in Wohnung 22 besucht. Wieder gerät Jeff in einen
Gewissenskonflikt. Er will ja nur das Beste – und bringt sich damit immer wieder in Schwierigkeiten. Der Oscarprämierte ameri-
kanische Drehbuchautor und Regisseur Kenneth Lonergan gibt dem moralischen Dilemma, in dem Jeff steckt, eine amüsant
konfliktreiche Note. Sein Stück „Lobby Hero“ wurde 2001 am Broadway uraufgeführt. Im English Theatre inszeniert es Theater-
chef Clifford Dean.

 

Brigitte Ehrich

 

Karten für die Neuproduktionen finden Sie im Ticketshop

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