Eutiner Festspiele
Vorläufiges Aus für ein traditionsreiches Festival
Das allgemeine Entsetzen war
groß, als Mitte Januar eine
Meldung durch die Presse
ging, dass die Eutiner Festspiele abgesagt
werden. Schon seit 1951 findet
dieses beliebte Musikereignis statt, mit
stetig wachsendem Erfolg.
Als erste Aufführung kam damals
die Oper „Der Freischütz“ auf die Bühne,
komponiert vom berühmtesten
Sohn der Stadt, Carl Maria von Weber
(1786 – 1826). Erst 2024 war nach anderthalbjähriger
Bauzeit endlich eine
neue Zuschauertribüne eingeweiht,
waren Seebühne
und Orchestergraben
vergrößert worden. 2025 konnten die
Festspiele zudem einen Rekord vermelden:
65.000 Besucher kamen ins
idyllische Örtchen in der Holsteinischen
Schweiz.
Gleichzeitig machten sich im Hintergrund
erste organisatorische Schwierigkeiten
bemerkbar, schließlich zog der ehrenamtliche (!) Geschäftsführer
Falk Herzog die Reißleine und sagte
die Spiele ab. Und wie so oft wiesen
sich die Beteiligten gegenseitig die
Verantwortung für das Scheitern zu:
die Geschäftsführung sei überfordert
gewesen, die Behörden hätten nicht
helfen wollen und dergleichen mehr.
Inzwischen ist aber zum Glück klar,
dass alle Parteien gesprächsbereit und
willens sind, die Festspiele zu retten. Zurzeit wird ganz konkret die Möglichkeit
diskutiert, eine gemeinnützige
GmbH zu gründen, die als Tochtergesellschaft
der Stadt
Eutin die Festspiele
ab Sommer 2027 ausrichten könnte.
Unklar ist offenbar noch die Finanzierung,
dazu will die Stadtverwaltung
nun ein Konzept erarbeiten. Eine
Lösung scheint also in greifbare Nähe
zu rücken. Wir hoffen das Beste und
werden berichten.