Schauspiel von Philippe Quesne (Regie und Bühne)
Philippe Quesne, der französische Meister des skurril-phantastischen Bildertheaters, entführt mit „Vampire’s Mountain“ in die Welt der Vampir-Erzählungen. Seine Arbeiten sind Ausdruck einer Überlebenskunst in gefährlicher Zeitenwende, ein Trotzen gegen die Bedrohungen und Ängste der Gegenwart.
Der Beginn von „Vampires Mountain“ mag bekannt erscheinen: Ein abgelegener Ort. Vereinzelte Menschen verschiedener Herkunft treffen nach und nach ein. Niemand weiß genau, wozu er oder sie gebeten wurde. Gilt es eine Erbschaft anzutreten? Etwas, jedenfalls, liegt tief vergraben. Oder hat es sich bereits aus der Erde befreit? Die Ungewissheit erzeugt eine phantastische Wachheit, die langsam, aber sicher die Wahrnehmung verändert: Sehen die kahlen Berggipfel in der Ferne nicht aus wie die Zähne eines Vampirs?
Ein neuer Theaterabend von und mit Gilla Cremer, der mit Witz und Tiefe die letzten Dinge des Lebens verhandelt.
In ihrer gefeierten Theaterproduktion „Die Dinge meiner Eltern“ führte uns Gilla Cremer durch die Haushaltsauflösung des Elternhauses. Mit feinem Humor brachte ihre Protagonistin Agnes das strapaziöse Projekt „sterbefein“ über die Bühne. Nun steht Agnes vor einer neuen Herausforderung: Das Nutzungsrecht für das Familiengrab ist abgelaufen. Wollen die Schwestern die Pacht verlängern? Das Grab der Eltern auflösen? Wo wollen sie einst selbst bestattet werden? Haben wir nicht alle ein finales Date mit dem Tod?
Agnes begibt sich auf eine Entdeckungsreise über das Sterben, die Bürokratie des Todes und immer wieder kommt ihr das Leben dazwischen.
Tschechische Symphoniker, Prag
Dirigent: Martin Pešík, Solo-Klavier: Jana Otáhalová
Kaum ein Werk verbindet man stärker mit Norwegen als „Peer Gynt“, was sowohl für die Literatur als auch für die Musik gilt. Griegs Vertonung ist ein absoluter Klassiker mit Ohrwurmqualitäten. Bei Rachmaninows Klavierkonzert wurde nicht nur Marilyn Monroe schwach – lassen Sie sich verführen…
Edvard Grieg: „Peer Gynt“ Suite 1 op. 46 und Suite 2 op. 55
Sergei Rachmaninov: Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18
Carl Nielsen: Kleine Suite für Streicher a-Moll op. 1
Oper von Peter Tschaikowsky, in russischer Sprache
nach dem gleichnamigen Versepos von Alexander Puschkin; Musikalische Leitung: Omer Meir Wellber; Tohar Gil (16.3.2027); Inszenierung: Bastian Kraft
Mit Katja Pieweck, Elena Tsallagova, Aleksandra Meteleva, Margarita Nekrasova, Andrei Bondarenko, Dmitry Korchak, Alexander Roslavets, Ferdinand Muradyan, Jürgen Sacher
Chor der Hamburgischen Staatsoper, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Tschaikowskys Oper nach Puschkins berühmtem Versroman verknüpft zwei tragisch verlaufende Liebesgeschichten im zaristischen Russland des 19. Jahrhunderts. Die junge Tatjana verliebt sich in Eugen Onegin und gesteht ihm entgegen aller Konvention ihre Liebe. Als dieser vorgibt, dass die Ehe nichts für ihn sei, heiratet sie überstürzt Fürst Gremin. Nach vielen Jahren treffen sich Tatjana und Onegin wieder, aber das späte gegenseitige Eingeständnis ihrer Liebe bringt sie nicht mehr zusammen.
Die fein ausgearbeitete Psychologie der Musik und die ihrem Begehren hingegebenen Figuren machen aus Tschaikowskys Lyrischen Szenen ein poetisches Abenteuer: Sie sehnen, verzehren und verstricken sich in ihren Leidenschaften, und stürzen sich und andere ins Unglück.
Schauspiel von Johannes Kaetzler & Gerhard Seidel nach der gleichnamigen Novelle von Uwe Timm; Plattdeutsch: Cornelia Ehlers; mit Konstantin Graudus, Flavio Kiener, Birte Kretschmer, Rabea Lübbe, Marco Reimers, Gerlind Rosenbusch
Uwe Timm beschreibt in seiner berühmten Novelle die unwahrscheinliche Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe in schwierigen Zeiten.
Lena Brücker wird im hohen Alter von einem Schriftsteller im Pflegeheim besucht. Er erzählt ihr, er habe an ihrem Imbissstand am Großneumarkt die angeblich von ihr erfundene Currywurst genossen... Jahrzehnte zuvor, in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, begegnet sie dem jungen Bootsmann Hermann Bremer. Plötzlicher Fliegeralarm treibt beide in einen Luftschutzbunker. Später lädt ihn Lena zu sich nach Hause ein. Hermann bleibt und wird fahnenflüchtig. Um ihn nicht wieder zu verlieren, verschweigt Lena Hermann das Ende des Krieges. Aber wie lang lässt sich eine solche Lüge aufrechterhalten?
Schauspiel von Moritz Franz Beichl frei nach Theodor Fontane
Regie: Anna Tenti (Nachwuchsregisseurin des Jahres); mit Dagmar Bernhard, Sheila Bluhm, Nayana Heuer, Rune Jürgensen, K, Anatol Käbisch
Moritz Franz Beichl gelingt hier eine kraftvolle, satirisch-komische Neuschreibung von Theodor Fontanes berühmtem Roman mit Gesellschaftskritik und klugem Witz.
Die Geschichte ist hinlänglich bekannt: Die siebzehnjährige Effi Briest wird mit dem zwanzig Jahre älteren Baron von Innstetten verheiratet und landet nach einer Affäre mit Major von Crampas in der gesellschaftlichen Isolation. Moritz Franz Beichl verarbeitet den Stoff sehr frei und holt Effi als Figur aus der Passivität heraus. Im Mittelpunkt stehen ihre Sehnsüchte: Empowerment statt Erstarren vor toxischer Männlichkeit.