
Neustarts in der Hamburger Kulturszene
Über die neuen Intendanzen an der Staatsoper und im Thalia Theater hatten wir schon im Rahmen unserer Spielzeitvorschau berichtet. Nichtsdestotrotz wollen wir an dieser Stelle nochmals allen „Neuen“ viel Erfolg wünschen: Sonja Anders, die dabei ist, dem Thalia Theater in jeder Hinsicht ein neues Gesicht zu geben, Opernintendant Tobias Kratzer und Generalmusikdirektor Omer Meir Wellber, die beide ebenfalls mit vielen neuen Ideen sowohl im künstlerischen Bereich als auch im Zusammenspiel mit dem Publikum an den Start gegangen sind.
Und das ist längst noch nicht alles: Im Ernst Deutsch Theater ändert sich ebenfalls so einiges. Nach vielen erfolgreichen Jahren gibt Isabella Vértes-Schütter das Staffelholz der Theaterleitung weiter – an Ihren Sohn Daniel Schütter und Ayla Yeginer, die ab sofort eine Doppelspitze bilden. Und die bei allen Veränderungen an die Werte des Traditionshauses anknüpfen – das Theater bleibt ein Forum für gesellschaftliche Auseinandersetzung und eine Bühne für den Nachwuchs. Daniel Schütter und Ayla Yeginer verbindet nach eigener Aussage ihr Humor, ihr „Theaterherz“ und ihre Freude daran, Geschichten zu erträumen, die nicht nur gesellschaftlich relevant sind – wie es zurzeit ja permanent von Kultureinrichtungen gefordert wird –, sondern auch „Lust aufs Leben“ machen. Hört sich gut an, man darf gespannt sein.
Darüber hinaus gibt es diverse strukturelle Neuerungen: ein festes elfköpfiges Ensemble, eine neue, flexiblere Spielplanstruktur – die Stücke laufen nicht mehr en suite, sondern ganzjährig in Blöcken von 5 bis 7 Vorstellungen, damit man nichts mehr verpasst. Außerdem wird im neugestalteten Foyer ein Café eingerichtet, das das Theater auch tagsüber zu einem entspannten Treffpunkt im Viertel macht. Wo man sich persönlich begegnen kann, im ganz realen Miteinander jenseits der digitalen Medien, um Gedanken und Gefühle auszutauschen. sp